Beschreibung
Der üppige Schild der Uhr ist nicht wie in vielen Fällen üblich aus Messing oder Kupfer, sondern aus Silber gearbeitet. Von der muschelförmigen unteren Spitze ausgehend bilden aneinandergesetzte, manchmal in kleinen Voluten auslaufenden C-Schwünge ein Randprofil, das die im Grunde rautenartige Grundform bewegt umspielt. Auf der Binnenfläche breitet sich vor rau gepunztem Grund und in symmetrischer Anordnung Laubwerk aus, das sich mit geraden und c-förmig geschwungenen, scharf aneinander stoßenden Bandabschnitten zum zeittypischen Laub- und Bandlwerk vereinigt. Ein Paar Putten sitzen zu beiden Seiten an den Rand und in eine Ranke geschmiegt und präsentieren das große Zifferblatt der Uhr, das sich messingfarben vom Schild abhebt, während sich das zentrale Auge des Blattes im Material und dem Bandlwerkdekor wieder daran angleicht. Die obere Hälfte des Zifferblattes ist von einer Spaliergitter hinterfangen, auf dessen oberen Abschluss ein zweites Paar Putten eine von einem blanken Spiegel gefüllte Kartusche in Händen hält. Oberhalb des Paares bildet das Randprofil einen Sims, auf dem als bekrönendes Element ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln thront. Das Zifferblatt aus Messing zeigt die Stunden in römischen Ziffern an; am Außenrand umlaufen das Blatt eine Datumsanzeige mit den arabischen Ziffern 1 bis 30 und etwas weiter innen liegend eine Skala von 1 bis 29 ½ in kleineren arabischen Ziffern für den Mondumlauf. Ziffern und Dekorelemente sind in das Messingblech eingetieft und mit einer relativ weichen, grau-schwarz durchgefärbten Masse ausgefüllt. Schild und Zifferblatt sind auf eine konturgleiche Eisenplatte montiert, die rückseitig in grünen, roten und ockerfarbenen Tönen mit Laub- und Bandlwerkmotiven, Fruchtkörben und Vögeln bemalt ist. Ebenso mit floralen Elementen geschmückt ist der Kasten aus Eisenblech, der das Werk umschließt. Es handelt sich um ein einfaches federgetriebenes Gehwerk aus Messing mit Spindelhemmung und einem Vorderzappler als Gangregler. Das Pendel wie auch vermutlich der Stundenzeiger sind nicht zeitgenössische Ergänzungen. Meistermarke LW in querovalem Umriss, wohl für den Silberarbeiter Georg Lorenz Warnberger (vergleichbar Seling 2007, Nr. 2070, aber deutlich variiert), Beschaumarke Pyr für Augsburg 1721--1725 (ähnlich Seling 2007, Nr. 1560), an drei Stellen österreichischer Quittungsstempel von 1806/1807 (Halbmond und Buchstabe B für das Punzierungsamt Prag).