Beschreibung
Zinnpokal aus einem vermutlich Greizer Handwerk. Runder Fuß mit flachem Standring, nach einer etwas wulstig ausgebildeten Stufe nach oben hin leicht aufgewölbt. Schaft in Form einer kannelierten Säule. Hohe, in horizontalen Zonen aufgebaute Cuppa: Rund ansetzender Boden, der in eine gebauchte Zone übergeht, eingezogener, nahezu zylindrischer Mittelteil, der nach oben und unten von einem Profilring begrenzt wird, darauf liegend ein weiterer gebauchter Abschnitt, der weit nach außen anschwillt und nach oben hin wieder abnimmt, abschließend eine Zarge als Lippenrand, die wieder etwas nach außen springt. Der Deckel ist in mehreren Stufen gewölbt und trägt eine weibliche Figur, die sowohl einen runden Schild wie eine flatternde Fahne an langem Schaft präsentiert. Während der Schild fest mit dem Deckel verbunden ist, ist die Fahne durch die Hand der Figur und ein kleines Loch im Deckel aufgesteckt. Auf den gebauchten Partien der Cuppa sind umlaufend gegossene Löwenmasken als Zierat aufgesetzt. Fahne, Deckel und Cuppa tragen Inschriften.
- Auf der Fahne: "Gott.fried/Mischke/Anno 1736".
- Auf dem Deckel: "J. M. HASS OBERMEISTER", "J. C. SCHUSTER OBERMEISTER", "C. B. DOEBRICH BEISIZER" sowie das Datum "1797".
- Auf dem oberen Bauch der Cuppa umlaufend, jeweils durch Löwenmasken getrennt: "M. CH. STOCKMAN", "M. H [oder: JHC in Ligatur] SCHUSTER", "M. JE. KRIMMEL"
- Auf der Mittelzone der Cuppa umlaufend: "C. F. REINNOLD IRTENGESEL VON GREIZ", "C. F. SCHUSTER VON GREIZ"
- Auf dem unteren auch der Cuppa umlaufend in mehreren Zeilen, jeweils zwischen zwei Löwenmasken gesetzt: "C. H. HASS VON GREIZ", "J. F. SCHNEIDER VON ZEULENRODA", "J. G. REINBODD VON ALTENBURG", "C. G. LINDE VON NEUSTAD", "J. G. FOLLE VON GREIZ".
Der große runde Schild in der Hand der Deckelfigur zeigt ein Herz, von drei Nägeln durchbohrt, das von zwei Löwen als Wappenhalter präsentiert wird. Darüber eine Krone.
Am Fußrand befinden sich mehrere Zinnmarken:
- Wortmarke "SCHATTER"
- Stadtmarke Greiz
- Zweifach aufgeschlagen das Meisterzeichen des Greizer Zinngießers Immanuel C. Schatter.