Beschreibung
Gestufter Rahmen.
Vs. In einem Zimmer sitzen um einen runden Tisch eine vornehm gekleidete Dame und ihr zu Seiten zwei Herren, von denen der eine trinkt und der andere eine Pfeife raucht. Reiterstiefel kennzeichnen sie als Soldaten. Auf dem Tisch liegen ein Spielbrett, weitere Pfeifen sowie Münzen. Am Fuß des Tisches die Initiale des Stempelschneiders W.
Rs. Ein Mann setzt mit einer Kurbel einen großen Schleifstein in Umdrehung, den das „Manneken Pis“ anfeuchtet. Ein Knecht drückt die große Nase eines vornehmen Mannes, dessen Hände auf dem Rücken gefesselt sind, gegen den Schleifstein. Ein weiterer Mann hat die Prozedur bereits hinter sich und betrachtet seine abgeschliffene Nase im Spiegel. Umschrift: NASONIS MALE VASATI [VAGATI ?] IOENA [POENA]. Die Umschrift ist wohl fehlerhaft etwa in der Bedeutung: Strafe einer schlecht umherstreifenden langen Nase. Am unteren Rand die Initialen des Stempelschneiders MB.
Ein ähnliches Emblem schuf Johann Theodor de Bry. Hier wird jedoch nicht die Nase, sondern eine falsche Zunge auf einem großen Schleifstein abgeschliffen. De Bry erklärt das Bild, das üble Nachrede verhindern soll: „… Drumb ich hierauff mich geleget hab / Daß ich von Zungn das böß abschab / und schleiff sie stets auff unserm Stein / Förcht doch es wird verlohren seyn.“ Auf dem Spielstein wird wohl ein Mann bestraft, der seine Nase in Dinge gesteckt hat, die ihn nichts angehen oder auch anderen eine „Nase gedreht“ hat.