Beschreibung
Eisengeschmiedete Forke mit zwei langen, nach vorne etwas auseinander laufenden Zinken, geschweift geformter Schulter und kurzem, balusterartig profiliertem Hals, der teils runden, teils polygonen Querschnitt besitzt und Spuren von Vergoldung zeigt. Die (vermutlich) aus vergoldetem Silber bestehende Zwinge ist mit einem ziselierten Palmetten- bzw. Blattdekor versehen.
Der hinten halbrund zum Bauch hin als Knauf ausgestellte Griff besitzt leicht gewölbte, entlang zweier Kanten facettierte Seitenflächen, die jeweils über eine weiche Kante an Rücken und Bauch anschließen. Beide Seiten sind mit einem in Gold angelegten, schweifig geführten Gitterwerk dekoriert, das eine größere und eine kleinere vierpassige für gemalte Miniaturszenen bestimmte Reserve ausbildet.
Seite A: In gemalte Hafenszene mit Repoussoire-Figuren, Befestigungsanlagen und kleineren Segelschiffen in der kleinen Reserve. In dem größeren Vierpass ist - hier nun polychrom - eine Picknick (?)-Szene mit einem Herrn und zwei Damen an einem Flussufer dargestellt. Im Hintergrund eine Stadtansicht.
Seite B: entsprechend der anderen Seite eine Szene in Purpur-Camaieu, die eine Stadtvedute mit Denkmal und figürlicher Staffage darstellt, und die etwas größere buntfarbene Darstellung einer Art Karawane aus exotisch anmutenden Lasttieren und gleichwohl abendländisch gewandeter Figurenstaffage. Im Hintergrund die Ansicht eines Schlosses und einer dahinter liegenden befestigten Stadt.
Die Malerei ist in der Art der Meißener Porzellandekoration der Höroldt-Ära oder seiner Nachfolger gehalten. Die vor allem in der extremen Miniaturisierung begründete Flüchtigkeit macht die Zuordnung zu einem bestimmten Maler unmöglich.
Zu der Gabel gehört das in gleicher Art gestaltete Tafelmesser HG6700.