Beschreibung
Dickwandiges, leicht grau getöntes Glas in der Form eines umgedrehten Kegelstumpfs. Das auf einem gewölbten Fuß steht. Das Glas ist am Fuß in vergoldetem Silber gefasst und besitzt einen aus vergoldetem Silber hergestellten Deckel.
Um den Fußrand und den Übergang vom Fuß zum Gefäßkörper laufen zwei von gekordeltem Draht begleitete Blattkränze, die durch aus C-Schwüngen symmetrisch gebildete Spangen verbunden sind. Am Rand fünf aus C-Schwüngen geformte Stützen, auf denen das Gefäß steht. Der glatte, kissenartig gewölbte Deckel ist am Rand von einem Reifen aus tordiertem Silberdraht umfangen. Etwas zurückgesetzt eine Zarge zum Einstecken auf den Glaskörper. Als Knauf dient ein freiplastischer, im Guss hergestellter Kolbenturnierhelm mit einer Helmzier aus einem halben wachsenden Löwen, der in den Pranken einen Henkeltopf vor sich hält – das Wappentier der Familie Ölhafen. Im Deckelinneren verdeckt eine kleine gravierte Platte mit dem Allianzwappen Ölhafen-Löffelholz die Gewindehülse, in die der Knauf eingeschraubt ist. Unter dem Boden des Glases ist eine Églomisé-Malerei erkennbar, die teilweise zerstört ist, aber deutlich Teile eines schreitenden Löwen zeigt. Vermutlich handelt es ich um das Wappentier der Familie Ölhafen. Die Malerei ist von außen durch eine konvexe Silberplatte abgedeckt.
Auf der Zarge des Deckels befinden sich neben dem Tremolierstich die Beschaumarke der Stadt Nürnberg und die Meistermarke des Nürnberger Goldschmieds Peter Wibers, zudem zweifach eingeschlagen ein französischer Importstempel.
Die Wappen weisen das Gefäß als ehemaligen Besitz des Elias Ölhafen von Schöllenbach (1570-1627) und seiner Gemahlin Hedwig, geborene Löffelholz von Colberg (1569-1634), aus. Aus der Vita des Ehepaars ergibt sich kein zwingender Anlass für eine Auftragsvergabe, zumindest nicht im mutmaßlichen Entstehungszeitraum der Arbeit.