Beschreibung
Achtteiliges Möbelensemble aus Bank, Tisch, Stühlen und Schaukelstuhl. Solche exzentrischen Grottenmöbel fanden bereits im 17. Jahrhundert Verbreitung. Dekorative Elemente wie Muschelformen, Seepferdchen, Tritonen oder Delphine prägen ihre bewusst bizarre Erscheinung. Im 18. Jahrhundert fanden solche Möbel zum Beispiel in künstlich errichteten Grotten in Parks und Gärten des Adels in England, Frankreich oder Italien Aufstellung. Ende des 19. Jahrhunderts lebten Grottenmöbel in meist einfacherer, günstigerer Ausführung neu auf. Bekannte Hersteller saßen in Venedig, so beispielsweise das Unternehmen Pauly, das von 1880 bis um 1930 Grottenmöbel für eine wohlabende Käuferschicht und zum Beispiel für deren Wintergärten herstellte.
Die Grottenmöbel des GNM galten lange als Stücke um 1730 aus der Grotte eines sächsischen Schlosses. Die Ausführung hier ist jedoch wesentlich einfacher als im 18. Jahrhundert. Zudem gab es solche Schaukelstühle erst ab etwa 1840. Sie müssen daher ins späte 19. Jahrhundert bzw. frühe 20. Jahhrundert datiert werden.
Im 20. Jh. erwarben mehrere europäische Museen wie das Berliner Kunstgewerbemuseum und das MAK in Wien Grottenmöbel.