Beschreibung
Breiter, mehrfach gestufter Rahmen.
Vs. Der römische Gott Neptun hat seinen Dreizack zum Schlag erhoben und wirft den französischen König Ludwig XIV., der ebenfalls einen Dreizack mit Lilienenden in der Hand hält, aus einem von Hippokampen gezogenen Wagen. Im Hintergrund tobt eine Seeschlacht. Umschrift als Hexameter: NON ILLI IMPERIVM: SED MIHI SORTE DATVM. (Nicht jenem ist das Reich gegeben; sondern mir ist es vom Schicksal bestimmt). Im Abschnitt: GUILIELMO. III. M. BRIT. R. OB IMPERIUM MARIS ASSERT. (Wilhelm III., dem König von Großbritannien, ist für die Vormacht auf dem Meer die Herrschaft zugeteilt worden). Darunter die Initialen des Stempelschneiders P. H. M.
Rs. Eine geflügelte Viktoria in wehendem Gewand hält in ihrer rechten Hand einen Lorbeerkranz und in ihre linken einen Palmzweig. Sie steht in einem antikisierenden Kriegsschiff mit einem Rammsporn und einem Löwenkopf als Gallionsfigur. Im Heck halten zwei Putten die Wappenschilde von Britannien und Holland unter einer Krone. Im Hintergrund sinkende Kriegsschiffe und die untergehende Sonne. Umschrift: SE CONDET IN UNDAS. mit der Fortsetzung im Abschnitt: DELETA AC INCENSA GALLORUM CLASSE. MDCXCII ([Die Sonne] wird sich in den Wogen verbergen, nachdem die französische Flotte zerstört und verbrannt wurde, 1692). Darunter die Initialen des Stempelschneiders P. H. M.
Um den abgesetzten britischen König Jakob II. wieder in sein Amt einzusetzen, plante Ludwig XIV. im April 1692 in England einzufallen, um den englischen und niederländischen Flotten zuvorzukommen. Er zog Truppen im Norden Frankreichs in Saint-Vaast-la-Hougue zusammen und schiffte Kavallerie und Artillerie in Le Havre ein. Die französische Flotte sollte die Überfahrt der Transportschiffe nach England schützen und die englische Flotte besiegen, so dass die Invasionsarmee sicher in England landen konnte. Auch auf Grund ungünstiger Winde vereinten sich die einzelnen französischen Flottenverbände erst am 25. Mai. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich jedoch schon die alliierte Flotte in St. Helens auf der Isle of Wight versammelt. Damit war die französische Strategie gescheitert, mit konzentrierten Kräften gegen einen zerstreuten Gegner vorzugehen.
Am 29. Mai 1692 trafen etwa 80 französische und 120 Schiffe der Alliierten erstmals aufeinander und kämpften sechs Tage lang bis zum 4. Juni. Am 31. Mai ankerte die französische Flotte gegen die Gezeiten vor Kap de la Hague. Als sich jedoch das Wetter änderte, konnten zu schwache Anker die Schiffe nicht mehr halten, so dass sie ihre Positionen aufgeben mussten. Am 3. und 4. Juni griffen die Alliierten die erschöpften französischen Besatzungen an und setzten ihre zwölf Linienschiffe in Brand. Diesen Sieg, der die französischen Invasionspläne beendete, feierten die Alliierten mit einer Flottenparade als Schlacht von La Hougue.
Mit denselben Stempeln geprägte Medaillen haben die Randschrift in Form eines Distichons und als Chronogramm:
FLVCTIBVS ET PVGNA FRACTVS ATROCE FRAGOR.
CONCASTIGATVS GALLORVM FASTVS ET ASTVS,
(Durch Wogen und eine wilde Schlacht ist das Bersten [der Schiffe] übertönt worden. Schwer gezüchtigt ist der Franzosen Stolz und Kriegslist).
