Beschreibung
2 Actien-Scheine, No. 324 und No. 325, für das in Nürnberg stattfindende "Deutsche Sängerfest" über jeweils fl. 100- Ein hundert Gulden. Auf der Rückseite handschriftlich vom Cassier quittierte Einzahlung von jeweils 25 fl.
Drucker Dietz war als Kassierer im "Singverein" aktiv.
Die Aktienscheine auf einem Montagekarton. Rückseite jeweils Quittungsvordrucke mit Einträgen. Unterzeichnet vom "Ausschuss für das deutsche Sängerfest" Lindner (königlicher Advokat) und Seiler (rechtskundiger Magistrats-Rath) sowie mit eigenhändiger Unterschrift durch den Vorstand des Finanzausschusses Kaufmann und Magistrats-Rath W. Puscher sowie Kaufmann F. Hertel. Auf der Rückseite von Nr. 324 und 325 ist jeweils ein Betrag über 25 fl. durch F. Hertel quittiert. Nach einer Aufschrift auf der Rückseite von Nr. 325 waren beide Aktien von einem Konsul Meyer gezeichnet worden.
Die Aktien waren zur Finanzierung des Sängerfestes vom Finanzausschuß des Sängerfestes herausgegeben und verwaltet worden. Im "Gedenkbuch" heißt es S. 77: "Die Aktie sollte auf 100 fl. gestellt werden und die seinerzeitige Rückzahlung aus den angefallenen Eintrittsgeldern, den Pachtschillingen für die Plätze der Restaurationen und Buden und eventuellen anderen Einnahmen erfolgen. Für den allerdings kaum wahrscheinlichen Fall, als sich ein Einnahmeüberschuß ergeben würde, war bestimmt, denselben einem gemeinnnützigen zuzuwenden." Zuspruch zu den Aktien war trotz des zu erwartenden negativen Ergebnisses groß, "da Jeder die Ueberzeugung hegte, daß es sich hier um eine gemeinsame deutsche Sache und um die Ehre der Stadt handle." Anfängliche Skepsis, ob ausreichend Mittel beschafft werden können, wich erst, als von Cramer-Klett, Faber in Stein, Scharrer und Zeltner "mit sehr beträchtlichen Zeichnungen an die Spitze des finanziellen Unternehmens" traten. Insgesamt 140 Aktionäre. Übersicht der Eintrittspreise zu den Veranstaltungen auf S. 78f. "Da die Kassaführung, Auszahlung und Verrechnung nicht wohl in mehrere Hände gelegt werden konnte, so hatte der Ausschußkassier, Kaufmann Hertel, diesen umfangreichsten und beschwerlichsten Theil des Finanzgeschäftes fast ausschließlich zu besorgen." Einquartierungsausschuss hatte seine vorgesehenen Mittel nur zur Hälfte abgerufen, da die meisten Nürnberger ihre Quartiere gratis zur Verfügung stellten. Dennoch blieb am Ende des Festes eine große Deckungslücke, die von den Aktionären "als gerechtfertigt anerkannt und gerne getragen" wurde (S. 79).