Hallo welt!
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http://objektkatalog.gnm.de/objekt/Vierflammiger TischleuchterJA51Volkskunde-Spielzeug-Judaica<results><lido:classification xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:conceptID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/local_identifier" lido:source="GnmLocalClassificationId">6357</lido:conceptID><lido:conceptID lido:pref="preferred" lido:type="http://terminology.lido-schema.org/identifier_type/local_identifier" lido:source="JMBerlin">8.4.1</lido:conceptID><lido:term lido:pref="preferred" xml:lang="de">Schabbat-Zubehör</lido:term><lido:term lido:pref="preferred" xml:lang="de">Schabbat-Leuchter</lido:term></lido:classification></results>119. Jahrhundert<results><lido:eventPlace xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayPlace xml:lang="de">Polen</lido:displayPlace></lido:eventPlace></results>Dieser Datensatz hat noch kein Proviso.<XmlDescription><BuildingId>13</BuildingId><BuildingDescription>13 Südbau</BuildingDescription><FloorId>01</FloorId><FloorDescription>1.UG</FloorDescription><RoomId>07</RoomId><RoomDescription>Depot</RoomDescription></XmlDescription><results><lido:objectMeasurementsSet xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayObjectMeasurements>H. 54 cm, B. 44,5 cm, Dm. 23 cm</lido:displayObjectMeasurements></lido:objectMeasurementsSet></results><results><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">Messing, gegossen, montiert</lido:displayMaterialsTech></lido:eventMaterialsTech></results>"Das Gerät besitzt einen gestuften Fuß, dessen Fläche in eine kurze, mit einem nach außen gezogenen Wellenrand versehene Tülle übergeht. In dieser steht ein im Vergleich zu verwandten Stücken ungewöhnlich differenziert ausgearbeiteter Balusterschaft, auf den ein zu den Seiten hin sich erstreckendes, in seiner Oberflächengestaltung glattes Rankenwerk aufgesetzt ist. Die Ranken tragen vier auf gleicher Ebene angebrachte Kerzentüllen mit den dazugehörigen Tropfschalen und in der Mitte über dem Balusterschaft erhöht den polnischen Adler mit Szepter und Schwert. Der über einer leicht gewölbten, mit gekerbtem Rand dekorierten Fläche schwebende Adler, die Tüllen mit den Schalen und das Rankenwerk sind mittels Schraubengewinden befestigt. Das Gerät vertritt einen Leuchtertyp, der - ohne dass sich seine regionale Verbreitung auch nur näherungsweise umreißen lässt – in Polen zur Feier des Sabbats benutzt wurde. In der Abgrenzung gegenüber den Gebieten, in denen wie in Deutschland am Sabbat die Hängelampe mit dem sternenförmigen Brenner angezündet wurde, erschien er aufgrund von Befunden, die vor der Zerstörung des osteuropäischen Judentums wohl deutlicher erkennbar waren, dem polnischen Ritus zugeordnet. Der hierher gehörende Leuchtertyp erscheint mit zwei, vier oder fünf Tüllen ausgestattet. Bei einzelnen Leuchtern, etwa demjenigen aus der Sammlung Feuchtwanger, ist durch eine hebräische Inschrift auf den Gebrauch am Sabbat hingewiesen. In der Anlage gleichen ihnen gelegentlich Exemplare der mit acht Tüllen und einem Schammasch versehenen Menorah für den Ritus an Channukka. Als Bekrönung der Leuchter ist sowohl der polnische Adler wie der österreichisch-ungarische Doppeladler verwendet. Ob diesen heraldischen Tieren politische Qualitäten zukamen, ist ungeklärt. Nach Ewa Martyna handelt es sich bei der Wiedergabe der erwähnten Wappentiere analog zu deren Anwendung in den traditionellen Volkskulturen um dekorative Elemente, während Chaya Benjamin der Auffassung zuneigt, dass die Adler das weltliche Regiment symbolisieren. Die näheren Vergleichsstücke zu dem erworbenen Leuchter dürften anzeigen, dass diese Geräte in unterschiedlichen Werkstätten gefertigt sind; der Anteil von Krakau, der nach dem Zweiten Weltkrieg insbesondere durch die in Recklinghausen und Frankfurt am Main veranstaltete Ausstellung »Synagoga« herausgehoben worden ist, hat sich bislang nicht fest umreißen lassen. Ebenso ungeklärt bleibt die Frage, ob Nürnberger Rotschmiede entgegen dem derzeitigen Kenntnisstand nicht doch zur Herstellung dieser für Polen bestimmten Sabbatleuchter beigetragen haben. Wie bei den Hängelampen mit dem sternförmigen Brenner offensichtlich ist, darf auch für die Sabbatstandleuchter eine bis weit in das 19. Jahrhundert hineinreichende Produktion vermutet werden." (Bernward Deneke)Bernhard Purin und Claudia Selheim: Judaica. Menschen und Objekte. In: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 2025. S. 145.Bernward Deneke. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Nürnberg 1998, S. 239, Abb. 7.