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Objekt / Inventarnr.: KG226

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Nachbildung eines Leuchters aus einer Kupferlegierung

Inventarnummer: KG226
Datierung: Mitte 19. Jahrhundert
Material/Technik: Kupferlegierung, gegossen, verlötet, graviert und/oder punziert, Reste von Vergoldung
Maße: H. Traufschale Rand 13 cm; H. Dornspitze 14,5 cm; Dm. Traufschale 7,6 cm; Br. max. Fuß 12,6 cm
Sammlung: Handwerksgeschichte
Kunsthandwerk bis 1800
Beschreibung:
Der Leuchte wird aufgrund technisch-handwerklicher Auffälligkeiten als Fälschung bzw. Nachbildung eines originalen, aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammenden Leuchters, heute in der Londoner Wallace-Collection, eingestuft (siehe dazu Mende 2013): Der Fuß ist nicht als Ganzes gegossen, sondern aus drei Einzelteilen, die dann zusammengelötet wurden. Das Zusammenlöten bedingte auch eine unterschiedliche Bearbeitung der drei drachenähnlichen Figuren, die die drei Standpunkte des Leuchters bilden. Jede dieser drei Figuren liegt kopfunter, die Tatzen sind neben den Hals gelegt. Ein gefiederter Körper schmiegt sich nach oben an den Leuchterfuß. Die Flächen zwischen den Drachen sind aus durchbrochen gearbeitetem Rankenwerk zusammengesetzt. Mittig ist unten jeweils eine Maske angebracht, darüber sitzt - mit den Händen sich an den Ranken festhaltend - eine kleine nackte Figur. Der Nodus ist durch einen Halbrundstab vom Fuß abgegrenzt. Er selbst besteht ebenfalls aus durchbrochenem Rankenwerk. Nach oben ist wieder ein Wulst angesetzt. Die Traufschale erweitert sich nach oben trichterförmig und wird von kleinen drachenartigen Wesen gehalten, deren Schwänze an den unteren Teil der Schale geschmiegt sind, während die Mäuler bis unter den Rand führen. Der senkrecht aufsteigende Rand ist außen im rechten Winkel abgesetzt, das Innere der Traufschale zeigt dagegen einen abgerundeten Verlauf. Die Wandung des Randes ist außen mit einem Ritzmuster aus Kreuzblumen versehen. Der Dorn erhebt sich kegelförmig aus der Mitte der Traufschale. Während der Fuß aus drei gegossenen Teilen zusammengesetzt ist, scheinen Nodus und Traufschale aus einem Stück zu bestehen. Am Ansatz des Dornes scheint ein Gewinde erkennbar. Heute ist der Dorn allerdings fest mit der Traufschale verbunden.
Literatur:
Ainé, Didron: Annales Archéologiques, Bd. 28 Paris 1838, S. 161. — Erstes Preisverzeichnis von Gypsabgüssen im germanischen Museum. In: Anzeiger GNM, N.F. 2, 1854 (Sp. 291-292) — Das Germanische Nationalmuseum. Organismus und Sammlungen. Zweite Abtheilung. Kunst- und Alterthums-Sammlungen. Nürnberg 1856, S. 365 — Springer, Anton: Ikonographische Studien. In: Mitteilungen der Kaiserl. Königl. Central-Commision zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, Bd. 5 (1860), S. 313. — Essenwein, August: Einige Leuchter für kirchlichen Gebrauch aus den Sammlungen des germanischen Museums. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1867 (Sp. 367-373), Sp. 367-368, Abb. 1 — Essenwein, August von: Katalog der im germanischen Museum befindlichen Kirchlichen Einrichtungsgegenstände und Geräthschaften. Nürnberg 1871, Nr. 226. — Köhn, Heinz: Romanisches Drachenornament in Bronze- und Architekturplastik (= Studien zur deutschen Kunstgeschichte 275). Straßburg 1930, S. 67-68 — Braun, Joseph: Das christliche Altargerät in seinem Sein und seiner Entwicklung. München 1932, S. 508, 513. — Falke, Otto von / Meyer, Erich: Romanische Leuchter und Gefässe. Giessgefässe der Gotik. Berlin 1935, S. 99, Nr. 63. — Wechssler-Kümmel, Sigrid: Schöne Lampen, Leuchter und Laternen. Heidelberg, München 1962, S. 41, Abb. 45 — Germanisches Nationalmuseum-. Führer durch die Sammlungen. Nürnberg 1977, Nr. 46 (Rainer Kahsnitz). — Kahsnitz, Rainer: Die Kunst der mittelalterlichen Kirchenschätze und das bürgerliche Kunsthandwerk des späten Mittelalters. In: Das Germanische Nationalmuseum Nürnberg 1852-1977. Beiträge zu seiner Geschichte. Im Auftrag des Museums herausgegeben von Bernward Denecke und Rainer Kahsnitz. München-Berlin 1978 (S. 690-760), S. 709-719 — Mende, Ursula: Die mittelalterlichen Bronzen im Germanischen Nationalmuseum. Bestandskatalog. Nürnberg 2013, Kat. 181
 
 
3.3.130726