Beschreibung
Alle vier Kreuzarme enden in Dreipässen innerhalb eines eingestellten Quadrats, in dessen Mitte je ein (nachträglich eingelegtes) Medaillon in gewellter Rahmung liegt und reliefierte Darstellungen der Evangelisten mit ihren Symboltieren zeigt. An den Wölbungen der Dreipässe wurden schellenartige Hohlkugeln befestigt (rechts unten verloren), wohingegen am unteren Pass der Eisendorn befestigt wurde. An den Balken läuft ein verflochtenes mit nelkenähnlichen Blüten versehenes Ranken- und Blattwerk entlang, auf welchem der vollplastisch gegossene Kruzifixus hängt. Christus ist im Dreinageltypus ans Kreuz geheftet, sein Haupt neigt sich zu seiner Rechten, die hervortretenden Rippenknochen zeichnen sich durch starke Stilisierung aus, das vorne überschlagene Schamtuch liegt eng am Körper an, darüber schlängelt sich das Band mit der Titelgravur "INRI". An der Schnittstelle des Kreuzes wurde eine quadratische Platte mit Rankenverzierungen, die gleichfalls gestochen sind, aufgenagelt. Auf der Rückseite des Kreuzes befinden sich die Symboltiere der Evangelisten mit freigelassenen Spruchbändern innerhalb der Dreipässe nach den Stichen von Martin Schongauer (Lehrs, 1910, B. 73-76); auf den Balken schlängeln sich reichhaltige Blüten-, Knospen- und Rankenverzierungen entlang. An der Schnittstelle der Kreuzarme wurde eine quadratische Platte aufgenagelt, die mittig eine erhöhte Kapsel zur Reliquienaufbewahrung trägt, deren Deckel die gravierte Büste Mariens auf der Mondsichel, gemeinsam mit dem Jesusknaben im Strahlenkranz, ziert.