Beschreibung
Doppelbecher aus Fayence, der Korpus als Halbfigur einer Nonne mit voluminösen glockenförmig gebauchten Habit ausgebildet, der zugehörige Deckel mit einer zum Einstecken in den Körper bestimmten Zarge als Büste eines Mönchs. Beide Hälften besitzen keinen Fuß, müssen also gestürzt angestellt werden, was ein komplettes Ausleeren notwendig macht.
Diese Art Spottgefäße auf das Mönchstum waren offenbar in evangelischen Hohenzollern-Gebieten verbreitet. In der Literatur wird auf die den Fayenceprodukten vorangehende Herstellung vergleichbarer Gefäße in Rubin- und Klarglas in der Potsdamer Manufaktur verwiesen. Für Bayreuth ist außer den hier vorliegenden Ausformungen die Produktion von Nonnenbechern in der sog. Braunen Ware belegt (GNM, Inv.Nr. Ke899).
Weitere Ausformungen des Mönch-Nonnen-Doppelgefäßes:
- Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
- Aschaffenburg, Schlossmusuem, Inv.Nr. F 220/221
- Leipzig, Grassi-Museum für Angewandte Kunst, Inv. Nr. V 1610 AB und V 1611 AB
Zu weiteren Exemplaren siehe Miller 1994.