Hallo welt!
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http://objektkatalog.gnm.de/objekt/Standgefäß aus Fayence (Apothekengefäß)Ke1719Kunsthandwerk II (1500-1800)21583<XmlDescription><BuildingId>2</BuildingId><BuildingDescription>02 Kartäuserbau</BuildingDescription><FloorId>02</FloorId><FloorDescription>2.UG</FloorDescription><RoomId>12</RoomId><RoomDescription>Depot</RoomDescription><AltNames><AlternativeName>Kunsthandwerk bis 1800</AlternativeName></AltNames></XmlDescription><results><lido:objectMeasurementsSet xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayObjectMeasurements xml:lang="de">H. 21,8 cm; H. ohne Deckel 21,5 cm; Dm. Standfläche 12 cm, Dm. Deckeloberseite 11,9 cm</lido:displayObjectMeasurements><lido:objectMeasurements/></lido:objectMeasurementsSet></results><results><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">Irdenware; fayence-ähnliche, sehr helle, etwas gräuliche Glasur; Blaubemalung</lido:displayMaterialsTech><lido:materialsTech/></lido:eventMaterialsTech></results>Standgefäß aus weiß-grau glasierter Irdenware (Fayence) mit blauer Bemalung. Das Gefäß ist annähernd zylindrisch, erweitert sich jedoch in sanften Schwung zur Standfläche hin. Die obere Öffnung wird durch einen oben planen Stülpdeckel verschlossen, der in der Kontur die nach außen führende Krümmung der unteren Partie spiegelverkehrt wiederholt. Fuß- und Kopfpartien sind durch umlaufende breite und schmale blaue Streifen abgesetzt. Die Vorderseite des Gefäßes ist mit einem Allianzwappen bemalt. Der rechte Schild ist geviert, Feld 1 und 4 schräg geweckt (Wittelsbach), Feld 2 und 3: gekrönter Löwe (Pfalz). Der linke Schild ist ebenfalls geviert, Feld 1 drei Hirschstangen übereinander (Herzogtum Württemberg), Feld 2 schräggeweckt (Herzogtum Teck), Feld 3 Fahne mit Schwenkel, belegt mit einem Adler (Reichssturmfahne), Feld 4 zwei aufrechte, abgekehrte Barben (Grafschaft Mömpelgard). Oberhalb der Schilde die Jahreszahl 1583. An die konkaven Seiten der Schilde sich anschmiegend füllt ein achssymmetrisch aufgebautes Ranken- und Blütenornament die gesamte Rückseite. Die Deckeloberseite zeigt eine große, die gesamte Kreisfläche einnehmende Blüte mit sechs ovalen Blättern, in deren Zwickel kleine Spitzen eingestellt sind (Margerite ?). Das Allianzwappen bezieht sich möglicherweise auf Otto Heinrich (Ottheinrich) Pfalzgraf bei Rhein zu Sulzbach, Herzog v. Bayern (22.7.1556 - 19.8.1604), zu Sulzbach, Hilpoltstein und Allersberg, der 1582 die Heirat mit Dorothea Maria von Württemberg (3.9.1559 - 13.3.1639) einging. Ottheinrich residierte ab 1582 auf Burg Sulzbach, so dass die Vermutung naheliegt, dass es sich bei dem vorliegenden Gefäß um ein Standgefäß aus der herzoglichen Hofapotheke auf Sulzbach handeln könnte. In der älteren Literatur wird auch auf eine andere Verbindung hingewiesen, auf die sich die Wappen beziehen könnten, nämlich die zweite Ehe Herzog Richards (Reichard) von Pfalz-Simmern (* 25. 7 1521 - 13. oder 14. 1 1598), der 1578 die Württembergerin Emilie (19. 8 1550 - 4. 4. 1589) heiratete. Die Herkunft des Gefäßes ist nicht sicher nachzuvollziehen. Unterlagen über seine Herkunft liegen nicht vor, das Objekt ist (vermutlich zur Sammlung Aufseß gehörend) bereits im Katalog von 1856 als Museumsbesitz nachzuweisen, doch gibt der kurze Eintrag die Provenienz nicht wieder. Das Germanische Nationalmuseum. Organismus und Sammlungen. Zweite Abtheilung. Kunst- und Alterthums-Sammlungen. Nürnberg 1856, S. 139Stengel, Walter: Studien zur Geschichte der deutschen Renaissance-Fayencen. In: Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum 1911 (S. 91-165)., Abb. 41 u. 101Ferchl, Fritz: Deutsche Apotheken-Faenzen der Renaissance. In: Zur Geschichte der Deutschen Apotheke. Monatliche Beilage der „Deutsche Apotheker-Zeitung“, Jg. 1934/1935, Nummer 2-4 (S. 5-12), S. 9Schiedlausky, Günther: Frühe fränkische Fayencen. In: Euro-Ceramic, 10. Jg.1960, (S. 234-237), S. 234-235Drey, Rudolf A.: Apothekengefäße. Eine Geschichte der pharmazeutischen Keramik. München 1980, S. 183Huwer, Elisabeth: Fayence und Fayenceimitation aus der Heidelberger Stadtapotheke. In: Arnstädter Fayencen des 17. Jahrhundert. Kat. zur Ausstellung Thüringer Museum Eisenach, Predigerkirche und Schlossmuseum Arnstadt (29.6.-28.9.1997 und 18.10-30.11.1997). Eisenach 1997 (S. 55-64), S. 62Huwer, Elisabeth: Apotheke um 1600. Untersuchungen zur Sachkultur im Spiegel archäologischer Quellen aus dem süd- und südwestdeutschen Raum (Tübinger Forschungen zur historischen Archäologie 4). Büchenbach 2011, S. 63 u. 66