Beschreibung
Grauer, eisesnoxydarmer, weiß brennender Ton, salzglasiert. Knick zwischen Boden und Stand außen über dem Stand drei Wulstringe, sowie unterhalb des Randes. Konisch nach oben sich verengeneder Gefäßkörper. Oberer Teil des Gefäßkörper-Randes und der Henkelansatz etc. abgeschlagen. Der verbliebene Henkelteil ist an den seitlichen Kanten leicht nach außen gebogen. Die Henkelangarnierung in Form einer tiefen großen Fingedruckmulde.
Dekor: Der überwiegende Teil des Gefäßkörpers ist mir Reliefdekor verziert. Jeweils in drei senkrechten Reihen, die wiederum in drei Felder unterteilt sind. Eingravierter Name und Jahreszahl.
Sieburg, eines der ältesten Töpferzentren am Rhein, hat neben sehr charakteristischen Gefäßformen auch eine außerordentliche Tonqualität. Dadurch ist es möglich, die Wandung der Gefäße mit seh zarten und feinen Reliefauflagen zu versehen. In der Regel handelt es sich bei diesem um Darstellungen aus dem alten und neuen Testament. Bei vorliegender Schnelle ist auf den einzelnen Reihen das Gleichnis vom reichen Manne und vom armen Lazarus, nach Lukas 16, 19-31 wiedergegeben. Lazarus wird von der Tafel des reichen Mannes vertrieben, letzterer hetzt sogar noch die Hund auf Lazarus. Neben den Hinweis auf der Wandung "LASARUS", ist ein Monogramm aufgeprägt, welches sich möglicherweise mit F. Trac erklärt, einem Werkmann, der in der Werkstatt des Arno Knütgen zwischen 1559 und 1568 Arbeiten wohl noch ganz unter dem Einfluss von Köln herstellte.