Beschreibung
Von 1845 bis 1852 produzierte die Firma Villeroy und Boch verschiedene Varianten des "Kölner Dombechers" nach einem Entwurf des Architekten und Bildhauers Ludwig Foltz (1809-1867). Der Erlös aus dem Verkauf war ein Beitrag zur Vollendung des Kölner Doms. Kleinere Töpfereien im Westerwald ahmten den "Dombecher" bald nach. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieser Becher deutschlandweit immer wieder kopiert und neu aufgelegt.
Der vorliegende Becher trägt die Nummer 2472 einer der mehreren Serien und zeigt unten anstelle von Schriftbändern eine Weinranke, die auch der Entwurf von Foltz ursprünglich vorsah.
Der Becher gliedert sich in seiner Gestaltung in drei Teile: den oberen Teil zieren Ranken, die von dem Nummernschriftband und zwei Wappenschilden mit dem Wappen von Köln und einem Wappen mit den Werkzeugen der Steinmetze unterbrochen werden.
Den mittleren Teil füllt eine gotische Architektur mit drei Spitzbögen, in denen drei Figuren bzw. Figurengruppen zu sehen sind. 1. Eine Germania mit dem Modell des Kölner Doms. Auf dem Schriftband zwischen den Türmen ist zu lesen: „Seitdem der Bau zum Himmel strebt/das Volk ein frischer Geist belebt.“ 2. Die Heiligen Drei Könige, über ihnen der Stern von Bethlehem. 3. Die Gestalt eines trinkenden Steinmetzes, der sich auf seine Arbeit stützt. Über seinem Kopfe ist erneut ein Schriftband erkennbar mit dem Text: „Wüst nicht wo der Wein und der Stein sollt stecken/davor ein deutscher Gesell thät erschrecken.“
Zwischen Steinmetz und Heiligen Drei Königen sieht man noch ein Schild mit einem Pokal, wohl das Zeichen der „Humpenauer Gesellschaft“ oder „Humpenburg“, in der auch Ludwig Foltz Mitglied war.
Den untersten Teil ziert eine Weinlaubranke.