Beschreibung
Henkeltasse in Kalathos-Form auf drei Löwenfüßen. Henkel abgebrochen. Lippenrand innen vergoldet. Goldgerahmtes Bildfeld über den Großteil der Tassenwandung mit der Darstellung der Cholera-Contumaz-Anstalt bei Buch am Forst (Oberfranken, Bayern) im Winter 1832. Man erkennt eine Ansammlung von Holzhäusern mit rauchenden Schornsteinen. Waren werden antransportiert. Auf der rechten Seite scheint bereits eine Erweiterung der Anlage in Angriff genommen zu werden.
Der Begriff Contumaz/Kontumaz wurde im 19. Jahrhundert für Quarantäne verwendet. Mit dem ersten Auftreten der Cholera auf deutschem Gebiet reagierte man zunächst in Preußen mit Grenzsperren und Quarantäne-Einrichtungen für Reisende. Etwas später erreichte die Epidemie auch Bayern. Buch am Forst lag verkehrsgünstig, um möglicherweise Erkrankte aus dem Norden und Osten an der Einreise nach Bayern zu hindern. Die bayerischen Behörden riegelten von September 1831 bis Januar 1832 die Grenze ab und richteten insgesamt vier Kontumazanstalten ein. Die Quarantäne-Einrichtungen wurden um 1835 wieder aufgegeben, da sie kein wirksames Mittel zur Eindämmung der Cholera waren.