Beschreibung
Der Topf ist außen im unteren Drittel dunkelbraun, im Übrigen rostrot engobiert und bleiglasiert. Mit bemalten Refliefauflagen in grün, dunkelbraun, hellgelb, weiß und rostrot. Der Boden ist flach mit einem Knick zwischen Boden und Stand außen. Dem niedrigen, wulstigen Stand außen folgt mit einem gekehlten Übergang die hohe, bauchige Gefäßwandung mit geringer Verengung zum eingeschnürten Hals. Der relativ hohe Rand ist schräg nach außen gewölbt und innen gekehlt. Gegenständig vom Rand befindet sich ein mit einer Fingerdruckmulde angesetzter Bügelhenkel, der auf dem Rücken zweifach gegratet ist. Zum Bügeltopf gehört ein am Rand leicht aufgewölbter, in der Mitte jedoch flacher Deckel mit drei Knöpfen. Der Deckel ist dunkelbraun gefasst und mit einer weißen Tupfenreihe am Übergang zum rostrot engobierten Teil besetzt. Der Gefäßkörper ist auf dem rostroten Teil mit bunt glasierten und gekerbten Reliefauflagen dekoriert. Das Motiv besteht jeweils aus einem dunkelbraunen Hirsch mit hellgelben Läufen und Geweih zwischen jeweils einem Nadelbaum in grün und rostrot auf grün, gelb/dunkelbraunem Grund. Er ist jeweils auf den Schauseiten zwischen den Bügelhenkeln aufgelegt. Der Deckel ist mit kleineren Blüten und Blättern belegt. Ab 1800 tritt zunächst nur im Umkreis von Marburg eine Dekorationsweise bei Krügen, Kannen und Töpfen auf: Der rostrote Anguss wird gegen dunkelbraunen Anguss abgesetzt und die Übergänge meist mit einer Tupfenriehe akzentuiert. Dann wird die Wandung der Gefäße mit farbig glasierten und gekerbten Reliefauflagen belegt. Die einzelnen Ornamente wurden von Hand geformt. Diese Arbeit wurde meist von Frauen erledigt. Diese Geschirrproduktion um Marburg hielt bis 1850/60 an und dehnte sich dann auf andere Gebiete aus.
