Beschreibung
Achteckige Schnapsflasche. Auf der Schmalseite sind zwei bunte Blumen und ein Fuchs dargestellt. Der Fuchs hat einen Korb auf seinem Rücken und trägt einen Vogel. Zusätzlich ist folgender Spruch zu lesen: "In den grünen Wald ist mein aufenthalt".
"Neben den Deckelhumpen und den Bechern gehörte die vielfach mit einem zinnernen Schraubenverschluss versehene, oft achtkantige Branntweinflasche mengenmäßig zu den bevorzugten Erzeugnissen volkstümlicher, mit Email dekorierter Glasproduktion. Unter den angewandten Ziermotiven spielt die Tierallegorie eine beträchtliche Rolle. Ihre Quellen sind letzlich die mittelalterlichen Physiologus-Auslegungen sowie die Aktualisierungen äsopischer Fabeln in der Literatur des 18. Jahrhunderts. Häufig klingt das Thema der "verkehrten Welt" in der seit dem 13. Jahrhundert geläufigen Version eines Rollentausches der Tiere an; sie ist vor allem wohl durch Bilderbogen popularisiert worden, so auch die bei volkstümlichem Glas übliche, in flüchtiger Zeichnung aufgetragene Darstellung des Fuchses mit der Gans im Rückentragekorb. Die Gegenseite der Fläche mit dem Bilde blieb üblicherweise einem Spruch vorbehalten, der mit der Wendung "ich geh meinen wech" wohl auf den am Stab schreitenden Fuchs zielt." (Text, Deneke 1979)