Beschreibung
Gelblicher Scherben mit rahmig weißer Zinnglasur, teilweise Craquelé. Bemalung in Karminrot, Blau, Gelb, Hell- und Dunkelgrün, sowie Schwarzbraune Umriss- und Binnenzeichnung. Die Terrine hat eine ovale Form mit ausgearbeiteten Stand. Der Boden ist ca. 1 cm nach innen vertieft und der Stand außen ca 0,8 cm hoch. Mit einer senkrechten Oberfläche, gefolgt von einem Knick und einem Übergang in die steil aufsteigende Wandung. Unterhalb der Halskehlung liegt der Schwerpunkt und eine leichte Bauchung. In der Halszone verengt sich das Gefäß und endet in einem relativ hohen, schräg nach außen gerichteten Rand. In Schwerpunkthöhe in der Längsachse sind zwei nach oben gebogene Handhaben gegenständig angarniert. Die Wandung ist godroniert und oberhalb des Schwerpunktes verläuft ein Wulst. Der Deckel mit einem breiten, schräg nach unten gerichteten Rand, steigt nur flach zum Knauf hin an und ist in gleicher Weise wie die Wandung godroniert. Der Knauf ist als Birne gebildet mit drei teilweise angarnierten Blättern und einem Stiel. Die Wandung der Terrine ist jeweils in der Querachse mit einem Arrangement, bestehend aus einer karminroten Rose, vier kleinen Vergissmeinnicht, sechs rotgelben keinen Blüten und einer karminrot-gelben, kleinen Margarete sowie mehreren kleinen und größeren Blättern dekoriert. In der Längsachse ist jeweils nur ein Vergissmeinnicht mit kleinen grünen Blättern aufgemalt. Der Henkelrücken ist mit einem grünen Blätterzweig dekoriert. Der Rand ist Schwarzbraun gefasst.
Aufgrund einer mangan-violetten Marke am Boden ist festzulegen, dass diese Terrine aus Proskau, in Schlesien, stammt. Die Fayencemanufaktur wurde 1763 gegründet und produzierte bis 1788 eine in der Qualität z. T. sehr gute Ware. Ab 1788 bis 1850 wurde neben der immer mehr rückläufigen Fayenceherstellung Steingut nach englischen Vorbildern gefertigt. Die teilweise recht hochwertiten Proskauer Fayencen ähneln in ihrer Glanzzeit (1763 - 1783) den Straßburger Fayencen (vgl. Familie Hannong). Die Glasur ist hier makellos milchig weiß. Bei oben genannter Terrine ist sicher auch Straßburger Einfluss spürbar.
