Beschreibung
Truhe mit gewölbtem Deckel. Auf der Vorderseite zwei in Relief verkröpfte Sechsecke, in welchen sich schwarz-weiß eingelegte Rosetten mit acht Strahlen befinden. Die Sechsecke zwischen drei Pilastern, die reich geschnitzt sind, oben eine Rokoko-Kartusche, darunter in der Mitte Figuren Frühling, Sommer, Herbst (von links nach rechts). Die Figuren stehen auf Rokoko-Muschelornamenten, die freien Ecken sind mit vier Vögeln, Rose und Blättern verziert. Im Fries drei Blumenkörbe und dazwischen zwei längliche Schilder, links Blätter und zwei Rosen. Auf den Schildern steht Claus Albets in kursiven Buchstaben. Innerhalb des Frühlings am unteren Rand der Sechsecke vier vertiefte ovale Schildchen mit der Jahreszahl 1. 8. 0. 9. Profilierte Basis, vier gedrehte Füße, ein schwebender freier Zapfen in der Mitte auf der Vorderseite. Auf den Schmalseiten Reliefachtecke, welche die Eisengriffe umschließen und stark profiliert sind. Basis wie Vorderseite mit Pilasterprofilen, die jedoch durch je zwei schwarz-weiß eingelegte Streifen ersetzt sind.
"Als Zeugnis langen Weiterwirkens städtischer Möbelkultur auf dem Lande bewahren die niedrigen Truhen der Wilstermarsch bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts Abwandlungen der bei den Hamburger Schapps seit etwa 1680 aufkommenden Dekorationen, so die reich profilierten und verkröpften Rahmen der glatten Felder und den die Zwickel und Vertikalbänder deckenden aufgesetzten Schnitzdekor mit Blüten und figuralen Darstellungen. Auch die bei Truhen seltener verwendeten Kugelfüßen sind von den Schrankmöbeln übernommen. Im Unterschied zu den Vorbildern, die häufig zum Ausstattungsgut der wohlhabenden Landbevölkerung des weiteren Umlandes wurden, sind in die Felder Sternintarsien eingesetzt, und, ländlicher Gewohnheit folgend, auf Bändern auf der Frontseite Name und Jahreszahl vermerkt." (Text, Deneke 1979)
