Beschreibung
Querrechteckiger Sockel. Im Kontrapost stehende weibliche Figur, die sich an einen ovalen Bilderrahmen anlehnt.
Am 1. August 1734 wurde Dominikus Auliczek in Politschka, Ostböhmen geboren. Nach seiner Lehrzeit in Leitomischl ging Auliczek zur Verfeinerung seiner Bildhauerkünste nach Wien, Paris, London und Rom. Dort wurde er für seine Bossierkunst von Papst Clemens XIII mit dem ersten Preis der Accademia di San Luca ausgezeichnet. Als einer der Besten seiner Zunft kam Auliczek 1762 nach München und fing bereits 1763 an, in der Porzellan Manufaktur Nymphenburg zu arbeiten, wo er die künstlerische Nachfolge Franz Anton Bustellis antrat. Bis zu seiner Berufung zum Kurbayerischen Hofbildhauer 1772 schuf er rund 100 figürliche Modelle. Bis 1797 stand er der Manufaktur als Inspektor und künstlerischer Leiter vor.
Anfangs noch stark von spätbarocken Bauten und Anlagen geprägt, wie er sie auf seinen Reisen in Italien kennengelernt hatte, gestaltete er statuarisch anmutende Götterfiguren und einen monumentalen Tafelaufsatz. Der richtungsweisendste Entwurf von Dominikus Auliczek ist jedoch das Service PERL im Louis-Seize Stil, das einst für Kurfürst Carl Theodor von Bayern in der Porzellan Manufaktur geschaffen wurde (um 1793). Dieses Service war für mehr als hundert Jahre allein der Hofhaltung des Hauses Wittelsbach vorbehalten. Der Name PERL leitet sich von einem fragilen Perlstab ab, der jedes einzelne Objekt umrahmt. Erstmals in der europäischen Porzellangeschichte legte Auliczek einem Service konsequent ein Zwölfeck zugrunde.