Beschreibung
Zwei gegeneinander gestellte Wappenschilde, von denen einer an den Nürnberger Jungfrauenadler, der andere an das „kleine“ Nürnberger Stadtwappen mit halbem Adler am Spalt erinnert. Darüber die Jahreszahl (15)96. Zwischen den Schilden der Buchstabe N für Nürnberg.
Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges führte ein akuter Kleingeldmangel zu einer rapiden Verschlechterung der Münzen. Die Stadt Nürnberg prägte schon 1621 ihr Kleingeld nicht mehr in Silber, sondern in Kupfer. Den Höhepunkt erreichte die "Kipperzeit" in Nürnberg im Mai 1622, als elf Münzmeister in der städtischen Münze tätig waren. Neben den offiziellen Münzstätten entstanden in großer Zahl illegale „Heckenmünzen“. Da diese Münzstätten anonym bleiben wollten und in aller Regel ohne Wissen und Auftrag eines Münzherrn prägten, imitierten sie gängige Münzen, ohne sie jedoch exakt zu kopieren. Auf diese Weise versuchten die Betreiber einer möglichen Einstufung und Verurteilung als Falschmünzer zu entgehen. Auf der hier vorgestellten Münze fehlt dem Jungfrauenadler der namengebende Kopf, Flügel und Beine bilden ein X mit rechtwinklig angesetzten Strichen. Die Jahreszahl 96 soll suggerieren, der Pfennig sei vor der „Kipperzeit“ entstanden und damit hochwertig. Der Buchstabe N für Nürnberg ist nur schwach ausgeprägt. Bei dieser Münze mit hohem Silberanteil hat man sich nicht die Mühe gemacht, sie einzuschmelzen und in geringerer Legierung neu zu prägen, sondern man hat etwa die Hälfte des Randes abgeschnitten und die ungeprägte Rückseite als Vorderseite neu geprägt. 1596 wurde kein Nürnberger Pfennig geprägt. Am 2. Dezember 1622 setzte der Rat der Stadt Nürnberg 300 Gulden Belohnung für Hinweise auf Fälscher aus, die Nürnberger "gestempfte Kupfermünz" nachmachen.