Beschreibung
Vs. Kopf des achtzigjährigen Lujo Brentano im Profil mit scharf geschnittener Nase und tief liegenden Augen. Der Schädel zeichnet sich deutlich ab, das Haupthaar ist schütter, nur über den Ohren und am Hinterkopf etwas dichter. Ein langer Bart reicht bis auf die Brust. Der mächtige, ein wenig auf die Schultern gesunkene Kopf füllt nahezu das ganze Bildfeld. Umschrift: LUIO BRENTANO AETATIS LXXX. Hinter dem Kopf vertieft: SILVIE LAMPE.
Rs. In einem Kranz aus Weinblättern siebenzeilige Inschrift: DIE VOLKSWIRTSCHAFTLICHE GESELLSCHAFT MUENCHEN ZUM XVIII. DEZ. MCMXXIV.
Auf dem Rand gepunzt: C. POELLATH SCHROBENHAUSEN.
Lujo, eigentlich Ludwig Josef Brentano, geboren am 18. Dezember 1844 in Aschaffenburg, studierte Nationalökonomie und begab sich 1868 auf eine Studienreise nach England, wo er die dortigen Arbeitsverhältnisse untersuchte. 1871 habilitierte er sich in Berlin und erhielt anschließend Professuren in Breslau, Straßburg, Wien, Leipzig und schließlich 1891 in München. Lujo Brentano gehört zu den führenden sozialpolitisch orientierten Nationalökonomen. In seinen Publikationen trat er für die Gewerkschaftsbewegung ein, weswegen ihn seine Gegner als „Kathedersozialisten“ apostrophierten. Brentano starb am 9. September 1931 in München.
Silvie Lampe von Bennigsen, geboren 1892 in Springe, studierte zunächst bei Fritz Mackensen in Worpswede Landschaftsmalerei und von 1913 bis 1915 Bildhauerkunst an der Kunsthochschule in Weimar. 1915 ließ sie sich zusammen mit ihrem Mann, dem Pianisten Walter Lampe, in München nieder, wo sie bis zu ihrem Tode 1982 ihrem Beruf nachging. Silvie Lampe von Bennigsen sah die Bildhauerkunst in engem inneren Bezug zur Baukunst, basierend auf handwerklichem Können. Im Zentrum ihres Schaffens steht das Bild des Menschen. Stein und Holz waren ihre bevorzugten Materialien, später kam Ton als Modell für den Bronzeguß hinzu.
Georg Hitl, Besitzer der Prägeanstalt Poellath in Schrobenhausen, hat in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts unter anderem durch die Auslobung von Wettbewerben die Medaillenkunst in Deutschland entscheidend gefördert.