Beschreibung
Av.: Bildnis eines älteren Mannes mit leichtgewelltem Haar und langem Bart. Der Dargestellte hat eine hohe Stirn, die Wangenknochen treten kräftig hervor und von der Nase zieht sich eine tiefe Falte bis zum Mundwinkel. Der Medaillengrund ist zum Rand hin in einer Kehle hochgezogen.
Rv.: Ein mit einem breiten Band gebundenes Liktorenbündel, aus dem oben eine Schwurhand herausragt, steht vor einer Balkenwaage. Inschrift: ARMAND FALLIERES PRÉSIDENT DE LA REPVBLIQVE FRANÇAISE. Im Feld vertieft die Initialen des Medailleurs B.E. Außen herum ein erhabener Lorbeerkranz.
Armand Fallières (1841—1931) war vom 29. Januar bis 18. Februar 1883 Regierungschef und von 1906 bis 1913 Präsident der französischen Republik.
In Paris fertigte Elkan Medaillen auf französische Politiker, neben Armand Fallières auf Georges Clemenceau, Emile Combes, Emile Loubet und Maurice Rouvier. Unter den Nationalsozialisten wurden Elkans Medaillen als „artfremdes Kulturgut“ aus deutschen öffentlichen Sammlungen entfernt und eingeschmolzen. Elkans Porträtkopf Fallières gibt einen Hinweis auf die Auseinandersetzung mit französischer Medaillenkunst. In Paris gab Elkan die in der deutschen Medaillenkunst seiner Zeit geforderten harten Konturen, die das Bildnis scharf von dem meist planen Untergrund absetzen, auf. In seinen hier entstandenen Arbeiten verbinden sich die Umrisse der Bildnisse fließend mit dem nach außen hochgezogenen Grund, auf Binnenzeichnung wird zugunsten einer weichen Modellierung verzichtet. Die Medaillenvorderseite ist schriftlos, so dass der Kopf nahe an den Rand heranreicht und so lebensvolle Energie ausstrahlt. Um weiche Oberflächen zu erzielen arbeitete Elkan seine Medaillenmodelle in Wachs.