Beschreibung
Vs. Kolumbus in Harnisch und Umhang betritt Amerika, den Blick zum Himmel gewandt. Hinter ihm ein Fahnenträger und zwei weitere Gefolgsleute. Inschrift: CHRISTOPHER COLVMBVS OCT. XII MCCCCXCII. Unten: AUGUSTUS SAINT GAUDENS FECIT.
Rs. Inschrifttafel, seitlich flankiert von zwei brennenden Fackeln: WORLD’S COLUMBIAN. EXPOSITION IN. COMMEMORATION. OF. THE FOUR. HUNDREDTH. ANNIVERSARY OF. THE.LANDING. OF. COLUMBUS MDCCCXCIII. TO AUGUSTE SCHEPP; der Name auf einer eigenen kleinen Inschrifttafel.
Die mit dieser Medaille ausgezeichnete, 1846 in Wiesbaden geborene Auguste Schepp war Malerin und starb 1905 in Freiburg im Breisgau. Nach ihrer künstlerischen Ausbildung in München, Düsseldorf, Berlin, Wien und Paris arbeitete sie überwiegend in Kassel, wo sie mehrfach im Kunstverein ausstellte, und in Freiburg. Bereits 1874 hatte sie eine Arbeit zur Weltausstellung nach London gesandt, wofür sie ebenfalls eine Preismedaille erhielt. In Chicago zeigte sie ihr Gemälde „The Artist“.
Nach dem „Amtlichen Bericht“ brach die Weltausstellung in Chicago mit einer Tradition früherer Ausstellungen, als nämlich „dem weiblichen Geschlecht die Möglichkeit gegeben wurde, ... die Organisation seiner Ausstellung“ durch eine „Frauenbehörde – Board of Lady Managers – selbständig durchzuführen und an den Juryarbeiten Theil zu nehmen“. Auf dem Ausstellungsgelände wurde ein „Frauenpalast“ errichtet, in dessen Hallen Arbeiten der Frauen aller Völker präsentiert wurden. In Deutschland konstituierte sich ein Frauenkomitee, und Prinzessin Friedrich Karl von Preußen übernahm das Protektorat. Fünfzig Bilder deutscher Künstlerinnen waren in der Ehrenhalle des Frauengebäudes ausgestellt, und fünf deutsche Malerinnen wurden mit einer Preismedaille geehrt. Der im folgenden Jahr gedruckte „Amtliche Bericht“ rechnet das Gemälde „Malerin“ der Auguste Schepp zur Gattung der Genrebild. Neben Gemälden waren Arbeiten des Kunsthandwerks aus Deutschland ausgestellt: eine Sammlung von Fächern, Emailarbeiten, Glasmalereien „in altdeutschem Geschmack“, eine bemalte Fayencevase, Holzschnitzereien und Lederschnittarbeiten, Ätzarbeiten auf Metall, Bronzen sowie Lederbrand- und Nadelarbeiten. Die Jury honorierte die Arbeiten der deutschen Künstlerinnen „durch reichlich ertheilte Preise“.