Beschreibung
Vs. Kopf eines älteren Mannes mit hoher Stirn, buschigen Augenbrauen und sorgfältig gestutztem Bart im Dreiviertelprofil. Umschrift: Bernhard Naunyn 1839 – 1925. Unter dem Halsabschnitt die Initialen des Medailleurs ligiert HR.
Rs. Umschrift: „JEDER FÜR SEIN FACH UND ALLE ZUSAMMEN FÜR DAS GANZE“ – Naunyn. Am unteren Rand: thomae 1982.
Bernhard Naunyn, geboren 1839 in Berlin und 1925 in Baden-Baden gestorben, studierte in Berlin Medizin, war Assistent an der Berliner Charité und habilitierte sich 1867 in Berlin. In den folgenden Jahren erhielt er Berufungen an die Universitäten zunächst nach Dorpat, dann nach Bern, Königsberg und schließlich 1888 nach Straßburg, wo er eine der modernsten Kliniken baute. Naunyn führte das experimentelle Arbeiten in die Innere Medizin ein und forderte stets eine wissenschaftliche Begründung für Diagnose und Therapie. Im Jahre 1905 formulierte er die häufig zitierte Maxime: „Die Heilkunde wird eine Wissenschaft sein oder sie wird nicht sein!“ Sein wissenschaftliches Interesse galt Erkrankungen der Leber und der Galle sowie der Pathologie und der Diätetik.
Der Arzneimittelhersteller Thomae in Biberach/Riss, der 1946 das Schmerzmittel „Thomapyrin“ entwickelte, hat von verschiedenen Medailleuren Medaillen auf berühmte Ärzte herausgebracht. Die Boehringer Ingelheim KG und die Dr. Karl Thomae GmbH fusionierten später zur Boehringer Ingelheim Pharma KG.