Beschreibung
Vs. Das Bildnis Beethovens erscheint stark plastisch, wie eine ins Relief übertragene Büste. Diesen Eindruck verstärkt der Büstenabschnitt, der – mit kräftigen Meißelschlägen grob behauen – weitgehend unbearbeitet blieb. Der markante Kopf des Komponisten wirkt konzentriert und entschlossen, das füllige Haar ist aus der Stirn nach hinter gestrichen. Unter der Büste die sockelartige Inschrift: BEETHOVEN und zuseiten einer Lyra 1770 und 1825 sowie L. HAVELKA 85. Beethovens Todesjahr ist 1827.
Rs. Die Gartenseite des Schlosses von LÁZNĚ TEPLICE (Teplitz) in Böhmen und darunter ein Schnitt durch den modernen Anbau in der Badegasse von 1982. Oberhalb eines Brunnens mit der Inschrift BALNEA die Initialen des Medailleurs LH sowie 85. Die ein wenig trockenen Motive der Medaillenrückseite hatte der Auftraggeber dem Medailleur vorgegeben.
Die Thermalquellen im Teplitzer Tal waren schon in römischer Zeit bekannt, wie keltische und römische Fundmünzen belegen können. Bereits im 17. Jahrhundert entstanden nahe der Urquelle die ersten Badehäuser und im 18. Jahrhundert kamen der russische Zar Peter der Große und die sächsischen Kurfürsten hierher. Seit dem Stadtbrand von 1793 schmücken Teplitz prächtige und repräsentative Bauten und mehrere europäische Regenten suchten hier Erholung. 1811 besuchte Ludwig van Beethoven auf Anraten seines Wiener Arztes Johann Malfatti den Badeort Teplitz in Begleitung von Franz und Bettina Brentano und Achim von Arnim. Hier begann er seine 7. Symphonie. Beethoven schätzte das Bad so sehr, dass er im folgenden Jahr erneut nach Teplitz kam, wo er mit Johann Wolfgang von Goethe zusammentraf. Noch heute werden die Thermalquellen von Teplitz bei Erkrankungen des Bewegungsapparates genutzt.
Die Balnea-Generaldirektion der Tschechoslowakischen Bäder hat bei Luděk Havelka drei Medaillen auf tschechische Bäder in Auftrag gegeben. 1987 erschien die Medaille auf Teplice zur Erinnerung an das 40jährige Bestehen des sozialistischen Bäderwesens und zu Ehren des Beethoven-Musikfestivals.