Beschreibung
Altersbildnis Eduard Mörikes im Dreiviertelprofil. Die altersschlaffe Haut liegt eng am Schädelknochen an und bildet um Mund und Nase tiefe Falten, wobei das kleine runde Kinn deutlich hervortritt. Über hoher Stirn setzt das lockige, nackenlange und über den Ohren liegende Haar an, und buschige Augenbrauen wölben sich über den tiefliegenden Augen. Auf dem Kopf sitzt eine flache bestickte Kappe. Der Dichter trägt eine hochgeschlossene Jacke mit schmalem Kragen. In sehr flachem Relief erhebt sich das Bildnis von seinem leicht ovalen Grund, den in zurückliegender Ebene das Gedicht „Gesang Weylas“ hinterfängt, wobei die Verteilung des Textes den Zeilenfall negiert:
Du bist Orplid, mein Land!
Das ferne leuchtet;
Vom Meere dampfet dein besonnter Strand
Den Nebel, so der Götter Wange feuchtet.
Uralte Wasser steigen
Verjüngt um deine Hüften, Kind!
Vor deiner Gottheit beugen
Sich Könige, die deine Wärter sind.
E. MÖRIKE
Agatha Kill erhielt ihre Ausbildung an den Kölner Werkkunstschulen in den Fächern Bildhauerei und Edelmetallgestaltung bei den Professoren Marianne von Jarmy und Hans Karl Burgeff. Sie hatte sich 2003 an einem Münzwettbewerb für eine 10 €-Sondermünze zum 200. Geburtstag des Dichters Eduard Mörike beteiligt. An ihrem Entwurf hob die Jury die sensible Umsetzung der grafischen Vorlage ins Relief hervor und sprach ihr den 2. Preis zu. Diesen Münzentwurf, der ein äußerst flaches Relief erforderte, hat sie für die Medaille weiter bearbeitet.