Beschreibung
Vs. Überlange Personen stehen jeweils kopfüber voreinander und bilden so ein Raster, das sich als Netz, aber auch als Gitter interpretieren lässt. Im Hintergrund bilden dünne, aus Punkten gebildete Kreissegmente vier spitzbogige, in der Mitte zusammenstoßende Fenster. Außerhalb des Bildfeldes sind mit Punzen die Initialen H Z und das Zeichen des Künstlers, die Angabe des Feingehalts 925 sowie die laufende Nr. 17 dieser Medaillenedition eingeschlagen.
Rs. Zwei aufrecht stehende Figuren legen ihre rechte Hand auf die Schulter ihres Gegenüber, ihre linken sind im Zentrum zusammengelegt. Von den Figuren geht ein Strahlenkranz aus und gleichzeitig berühren sich in den zusammengelegten Händen zwei große, sie einschließende Ovale. Eine weitere dünne gebogene Linie verbindet die Augen der beiden Figuren. Unterhalb der Standleiste die Jahreszahl 2003.
Helmut Zobl hat mit dieser Medaille Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken nach einem Spitalaufenthalt im Mai des Jahres 2003 verarbeitet. Zunächst schuf er eine Sequenz von sechs Medaillen mit dem Titel „Arzt und Patient“. Etwas später ergänzte er die Serie mit der hier vorgestellten Medaille, die er in seinem schon zur Tradition gewordenen jährlichen Atelierfest vorstellte. Zobl sieht den Patienten nicht als hilf- und willenlosen Menschen, der sich mit seiner Krankheit dem Arzt ausgeliefert hat, sondern Patient und Arzt befinden sich auf gleicher Augenhöhe und haben Augen- und Körperkontakt hergestellt. Kreis und Oval verbildlichen Energiefelder, die vom Arzt und vom Kranken ausgehen, sie umgeben und als gleichberechtigte Partner miteinander verbinden. Zobl weist dem Kranken den gleichen Anteil an seiner Heilung zu wie dem Arzt. Die Richtung der Interpretation der ein Gitter bildenden Menschen der Medaillenvorderseite interpretiert Zobl mit dem Titel der Medaille selbst: „Von Kopf bis Fuß die Fenster zwischen uns“. Er will zeigen, „dass es viele Fenster gibt, offene, bereit für Kommunikation und Gespräch. Es soll das Sehen sein zwischen uns, hinsehen, hinaussehen. Ein- und Ausblick bekommen und wünschen“.