Beschreibung
Vs. Ein gleichschenkliges Kreuz mit jeweils einer Kugel in den Winkeln, umgeben von einem breiten Wulstreif. Umschrift: + HLVDO VVICVS IMP(erator) (Kaiser Ludwig).
Rs. Ein auf zwei Stufen stehender Tempel, zwischen den Säulen und auf dem Giebel ein gleichschenkliges Kreuz. Umschrift: + PISTIANA RELIGIO.
Das Bild der Rückseite hat bereits Karl der Große auf seine Münzen gesetzt, nachdem er Weihnachten 800 von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt worden war. Vorbilder sind in römischen Münzen des 3. und 4. Jahrhunderts zu suchen, wobei das Kreuz ein dort vorhandenes Götterbild ersetzt. „Christiana Religio“ meint allgemein die christliche Kirche und in engerem Sinne deren Mittelpunkt, St. Peter in Rom. Die Darstellung macht deutlich, daß der Kaiser sich als Haupt und Beschützer der christlichen Kirche sieht. Karls Sohn Ludwig der Fromme, der 814 dessen Nachfolge antrat, übernahm den Typus des „Christiana Religio“-Denars, der große Verbreitung fand und noch nach dem Tode Ludwigs nachgeahmt wurde. Diese Denare lassen sich anders als diejenigen, die auf der Rückseite nur den Prägeort nennen, keiner bestimmten Münzstätte zuweisen. Es wurde die Vermutung geäußert, daß der Kaiser an seinem jeweiligen Aufenthaltsort diese nicht zu lokalisierenden Münzen prägen ließ.