Zustandsbeschreibung
Verlust der linken Fußspitze, des oberen Gliedes des rechten Zeigefingers, eines Teils einer Wolke rechts der Mitte und eines Teils des rückwärtig eingesetzten Klötzchens; zwischen Wolke und rechter Gewandseite daher heute ein ca. 3 x 1,5 cm großes Loch. Stellenweise ausgebrochene Stücke im Saum des Gewandbausches. Einige große Schwundrisse in der Rückseite, abgespreizte Holzfasern in der Aushöhlung. Vereinzelt Schwundrisse in der Vorderseite. Geringer Befall durch holzzerstörende Insekten hinten unten. Die Isolierschicht auf der originalen Grundierung, die sich wie Leim verhält, aber wie Schellack aussieht, wurde sehr dick aufgetragen; deren hohe Oberflächenspannung hat zum Reißen, Aufrollen und Abschollen der Schicht geführt, wobei die Fassung ebenfalls weitgehend zerstört wurde. Die stark beschädigte Originalfassung machte eine Überfassung erforderlich. Zunächst wurde eine Leimschicht zur Festigung der abbröckelnden Fassung aufgetragen, anschließend folgte auf den Gewändern und Wolken eine Leim-Kreidegrundierung, um Blattmetalltechniken anwenden zu können. Inkarnat hell und pastos, Haar hell braungrau, Mantelaußenseite Blattgold mit gelbem, dann rotem Poliment, Mantelinnenseite rotgelüstertes Blattsilbet ohne Poliment, Tuch grüngelüstertes Blattsilber ohne Poliment, Schuhsohle und Riemen Blattgold mit rotem Poliment, der Schaft wurde als Fleisch umgedeutet und im Inkarnatton gefaßt, Wolken Blattsilber ohne Poliment und Lüster. Der fehlerhafte maltechnische Aufbau der Originalfassung verursachte weiterhin Schäden, die durch die ebenfalls aufreißende Leimschicht unter der Zweitfassung noch verstärkt wurden. Selbstfreilegung beider Fassungen großflächig bis auf die originale Grundierung. Um dem fortschreitenden Verlust Einhalt zu gebieten, wurde die Oberfläche abermals mit Leim eingelassen, der heute vergraut ist. Reinigungsproben im Gesicht und am rechten Arm.