Titel
Sitzender Engel
Allgemeine Bezeichnung
Figur aus Lindenholz
Inventarnummer
Pl.O.2447
Sammlung
Skulptur bis 1800
Anzahl der Teile
1
Hersteller
Christian Jorhan D. Ä. (zugeschrieben)
Christian Jorhan D. Ä. (1727-1804); geboren 1727 in Griesbach im Rottal; dort Sohn und Schüler des eine Bildhauerwerkstatt betreibenden Wenzeslaus Jorhan (um 1695-1752, aus Böhmen stammend); während der Wanderzeit Christian Jorhan bei Joseph Christian in Riedlingen, in Salzburg bei Josef Anton Pfaffinger, bei Ignaz Verhelst und Leonhard Riedlinger in Augsburg; wichtigste künstlerische Eindrücke durch Gesellenzeit in Münchner Werkstatt des Johann Baptist Sträub; gestorben 1804 in Landshut (Holzbildhauer (vielleicht auch Elfenbein, Alabaster); 1755 bürgerlicher Bildhauer in Landshut; zahlreiche Kirchenausstattungen (Landshuter und Erdinger Raum); Einteilung seines Oeuvres in drei Perioden, frühe bis 1762/63 (Ausstattung der Pfarrkirche in Reichenkirchen bei Erding), mittlere von 1763 bis ca. 1775 (Ausstattung der Wallfahrtskirche Maria Thalheim bei Erding), klassizistische Spätphase ab ca. 1775 (Apostelzyklus in Landshuter Heiliggeistkirche) für Einordnung undatierter Werke nur bedingt brauchbar, da Jorhan einmal geprägte Formulierungen mehrfach wiederholt, daher folgerichtige künstlerische Entwicklung bisher kaum zu erkennen; (umfangreiches, nur mit Hilfe einer großen Werkstatt zu bewältigende Gesamtwerk Jorhans noch nicht in kritischer Monographie zusammengestellt))
Herstellungsdatum
letztes Drittel 18. Jh.
Herstellungsort
Niederbayern ID: 7004397 (Niederbayern ID: 7004397)
Maße
H. 152 cm; B. 157 cm; T. 93,5 cm
Material und Technik
Lindenholz (Tilia sp., Probe aus der Aushöhlung des Hauptwerkstücks); Hauptwerkstück aus Stammgabel geschnitten, (Gabelung im unteren Teil, mit größter Tiefe); eingewachsene Rinde der Gabelung an Unterseite der Figur - Rückseite abgeflacht, ausgehöhlt; Hauptwerkstück mit zwölf Anstückungen, gedübelt;Aushöhlung vom Nackenbereich bis zur Gewandunterkante; Unterseite des rechten Oberschenkels zur Anpassung an quer zum Bein verlaufende Unterlage (Volute?) halbkreisförmig ausgehöhlt; weit ausladende Extremitäten; Rückseite summarisch (Schnitzfacetten in nicht einsehbaren Partien); zwei Löcher in Unterseite, (wohl Werkbankbefestigung); Loch in abgeflachter Kopfoberseite (mit Sägespuren); senkrechten Holzleiste stützt rechten Flügel (Verlauf: Flügel zur rechten Rückseite des Korpus, Korpus und Flügel eingelassen); Werkzeugspuren von Sägen, verschiedenen Hohleisen, Raspel, Schleifmittel; Polierweißfassung auf Leim-Kreidegrundierung; unpolierte Polimentvergoldung auf gelbem Bolus (Flügeln, Gürtel, unterer Tuchsaum, Blüte)