Zustandsbeschreibung
Verlust der Endglieder des rechten Ring- und kleinen Fingers und vorstehender Teile wie Locken. Neuverleimung des rechten Zeige-, Mittel- und kleinen Fingers. Die Fingerspitzen der linken Hand waren schon beim Ankauf ergänzt. Vereinzelt Schwundrisse. Zwei Metallösen im Rücken zur Befestigung des Engels. Verlust zweier Anstückungen der Konsole und zahlreicher exponierter Ornamentteile. Beschädigte und stark durchgeriebene Originalvergoldung des Gewandes. Fassungen in Inkarnat, Haar und Konsole ohne Zwischengrundierungen je zweimal überarbeitet, die auf Flügeln und Gewand einmal. Übermalungen im Inkarnat nicht flächendeckend, wenn auch großflächig. Erste Übermalung rosiges Inkarnat, Unterlippe grundiert und dunkelrot gefasst, Haar rotbraun, Gewand und Flügel Goldbronze, Konsole neu vergoldet. Zweite Überarbeitung: Inkarnat hell und pastos, Haar dunkelbraun, Konsole Goldbronze. Die letzte Überarbeitung fand nach 1932, dem Jahr des Erwerbs der Konsole, statt, da Figur, Flügel und Konsole zu dem Zeitpunkt bereits verbunden waren. An vielen Stellen hohlliegende Fassung auf dem Gewand mit großen Abplatzungen bis aufs Holz, Gefahr weiterer Verluste. Großflächige Kittungen am linken Oberschenkel und rechten Knie. Bei der Figur handelt es sich in ihrer derzeitigen Form um ein Pasticcio, bestehend aus Figur, Flügeln und Konsole. Der Engel und die zwei Jahre später erworbene Konsole wurden erst im GNM kombiniert. Um eine Montagefläche zwischen der waagerechten Oberkante der Konsole und der konkaven Unterseite des Engels zu schaffen, wurde in den offenen Winkel der Konsolenrückseite ein Holzstück eingeleimt und verschraubt, an dem wiederum der Engel mit Schrauben befestigt wurde. Dieses Holzstück wurde zweitverwendet, an einer Kante befindet sich ein Metallbeschlag mit schlitzförmigem Durchbruch wie für Türriegel. Auch die originale Zugehörigkeit der Flügel zum Engel ist fragwürdig, da sie stumpf abgeschnittene Kanten aufweisen und am Rücken des Engels keinerlei Aussparungen oder konstruktive Elemente zur Montage zu finden sind; die Befestigung am Korpus erfolgte mittels Nägeln.
