Zustandsbeschreibung
Bericht der Versicherung Hanseatische Assekuranz, erstellt am 13.09.1983 von C. Gielisch:
Wert: Der Wert der Plastik ist laut Angaben DM 140.000,00,- und enstpricht dieser Wert auch dem Bekanntsheitsgrad des Künstlers, Erich Hauser, Rottweil, der bereits in sämtlichen größeren Städten Deutschlands bei Kunstvereinen und Galerien Einzelausstellungen durchgeführt hat, außerdem auch Gesamtausstellungen in Basel und weitere EInzelausstellungen in London, New York, etc. Derartige Stahlplastiken wurden von dem Künstler bereits in diverse Stadtverwaltungen in Deutschland und auch der Bundesregierung und insbesondere auch an Privatpersonen verkauft.
Es wird diesbezüglich auf unseren ersten Besichtigungsbericht vom 28.06.1983 verwiesen und den hierin gemachten Ausführungen.
Im Anschluss hieran wurden wir am 06.05.1983 durch die Hanseatische Assekuranz-Vermittlung AG, München, mit der Reperaturüberwachung , ein Reperaturversuch sollte durch den Bildhauer Hauser in Rottweil durchgeführt werden, beauftragt.
Dieser Reperaturversuch erfolgte am 07.09.1983, nachdem der Künstler wegen anderer wichtiger Termine vorher hierzu nicht in der Lage war.
Die auf dem Freigelände des Künstlers stehende Stahlplastik war zwischenzeitlich in die Werkstatt des Künstlers verbracht worden. Es waren bereits auch entsprechende Vorbereitungen wie Fertigung von Hilfswerkzeug etc. vorgenommen worden. Bei einem ganztägigen Arbeitseinsatz in Rottweil war man zunächst bemüht, die im rückwärtigen Bereich an zwei nach außen gewölbten Hohlkörpern vorhandenen Eindellungen bestmöglichst zu beseitigen.
Hiervon hing zweifelsohne ab, ob die Plastik als totalbeschädigt anzusehen ist, oder aber noch als Kunstobjekt verkaufsfähig blieb. Der Reperaturversuch wurde daher mit ganz besonderer Sorgfalt durchgeführt, wovon sich der Unterzeichnende bei seiner Anwesenheit persönlich überzeugen konnte.
Der rechte Hohlkörper konnte weitgehend in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, wohingegen im linken Hohlkörper der Schaden nicht 100% zu beseitigen war, wie auch das gefertigte Foto bei der Intervention in Rottweil zeigte.
Die vorhandenen Rißbildungen konnten, soweit zugängig, beseitigt werden, jedoch verbleiben Risse, die zwar geschweißt, jedoch aufgrund der nicht zugängigen Lage, nicht nachgearbeitet werden können und beschränkte man sich daher, diese Rißbildungen ohne Schweißen bestmöglich zusammenzupressen.
Im trockenen Zustand, bei der seinerzeitigen Besichtigung herrschte Regenwetter, konnten außerdem weitere Schadstellen, die durch das Aufschlagen der Plastik ursächlich sind, festgestellt werden, jedoch waren diese Beschädigungen so platziert, dass diese nicht zu beseitigen sind und müssen daher in dem Zustand belassen bleiben.
Ein Auftrennen der Plastik wäre mit Sicherheit nicht nur kostenintensiv. sondenr könnten die unter Spannung stehenden Teile auch kaum wieder nach der Reperatur zusammengesetzt werden, so dass damit zwangsläufig eine Neufertigung der Plastik mit einem Kostenaufwand von DM 70.000,00 verbunden gewesen wäre.
Aufgrund der Tatsache, dass die Plastik durch die im wesentlichen doch erfolgreichen Reparatur-Bemühungen zumindest in einem verkaufsfähigen Zustand verbleibt, konnte nach längeren Verhandlungen mit dem Künstler, nachdem jedoch der ursprüngliche 100% einwandfreie Zustand nicht wiederherzustellen war, Einverständnis über einen außer der Reparaturaufwendungen vorliegenden Minderwert von 10& erzielt werden. [...]
Gesamtschaden: 18.500,00
Hierüber wurde zum Zeitpunkt der Besichtigung mit dem Künstler, Herrn Hauser EInverständnis erziel, sodass derselbe bei Vorliegen eines ersatzpflichtigen Schadens als endgültig angesehen werden kann.
Damit sich die Versicherer ein Bild von dem Zustand der Plastik nach der Instandsetzung machen können, wurden zum Zeitpunkt der Intervention in Rottweil verschiedene Fotos gefertigt, die dem Abschluss-Attest in der Anlage beigefügt sind.