Beschreibung
Frei im Raum stehende Konstruktion aus Flachstahl, die einen „Raum im Raum“ schafft. Ins Auge stechen gebogene Armierungsstangen, die an die horizontalen Stahlbänder geschweißt sind und der Form eines Viertelkreises folgend, hakenförmig gebogen, etwa auf Höhe des Gesichts eines aufrechtstehenden Betrachters, in den Raum stehen. Die Skulptur enstand explizit für die Ausstellung "Miroslaw Balka. Ursula Schulz-Dornburg. Horizontabschreitung" (2009) im Münchner Kunstparterre. Balka empfand mit seiner Skulptur die räumlichen Gegebenheiten der Ausstellungsräume – dem Erdgeschoss eines Wohnhauses – nach, deren Maße er auch für den Titel der Arbeit nutzt: „Mit einer einfachen, aber markanten Setzung zieht der Bildhauer die Grenzen von Wand und Decke in den drei Raumabschnitten nach und entwickelt aus dieser Geste eine auf das statisch Notwendige reduzierte Konstruktion aus Flachstahl, die frei im Raum steht. Es ist so, als ob die Konturen des Raums als eigenständige Formen aus ihm hervorgetreten seien und nun einen zweiten, kleineren Raum in ihm bilden würden. Die Spur des Eingriffs lässt sich ohne weiteres auf den gegebenen Raum zurück beziehen, aber gleichzeitig behauptet sich die Struktur als autonome Form.“ (Heynen 2009, n.p. [6]) Dass sich Skulpturen aus den räumlichen Gegebenheiten eines Hauses ableiten, ist im Werk Miroslaw Balkas kein Einzelfall: immer wieder diente Balka das Haus seiner Großeltern im polnischen Otwock, nähe Warschau, als Ausgangspunkt für sein künstlerisches Schaffen.