Beschreibung
Brustbild einer jungen Frau in hochgeschlossenem Kleid über einer gefältelten Bluse. Sie trägt eine lange goldene Kette, und eine mit stilisierten Blüten geschmückte Drahthaube bedeckt ihr Haar. Auf der Rückseite zwei vertiefte konzentrische Kreise sowie ein Brandstempel aus den Buchstaben DCP. Außen eine umlaufende Kerbe.
Georg Habich hat zehn Arbeiten mit dem Brandzeichen DCP zusammengestellt, die er als „brettsteinartig“ charakterisiert. In der Dargestellten sah er Regina Arczt nach einer Medaille von Christoph Weiditz. Ein Vergleich mit einem Augsburger Spielstein um 1535 legt jedoch eine Identifizierung mit Anna von Ungarn (1503—1547) nahe.
G. Himmelheber führt zwei weitere zu dieser Serie gehörige Spielsteine mit einem ursprünglich vergoldeten Profil und identischen Rückseiten auf. Auch auf dem hier behandelten Spielstein deuten Spuren auf ein aufgeleimtes oder abgearbeitetes, vergoldetes Profil hin. Während G. Himmelheber diese in Augsburg entstandenen Arbeiten bereits um 1535 datiert, betrachtet G. Habich sie als Kunstkammerarbeiten, die den „Charakter der Bildnismedaille aus der besten Zeit der Renaissance“ widerspiegeln, und datiert sie um 1600.