Beschreibung
ZR.-Nr. 3871/1926-1060
Burg Breuberg, Odenwaldkreis, Hessen: Teilansicht der Hauptburg von Südwesten.
Links vor dem Bergfried die Rentschreiberei, rechts vor dem Bergfried das Erbacher Herrenhaus (Palas). Zw. Erbacher Herrenhaus und Frauenbau (Oberem Saalbau) an der Ostseite bestand bis ins 19. Jh. eine Lücke. Ein schmaler Anbau an das Herrenhaus wurde abgetragen, Grundrisse und eine Zeichnung von 1891 (Dötsch/Ottersbach 2008) zeigen außerdem die Außenmauern eines ruinösen Gebäudes. Der dortige jetzige Bau entstand erst in den 1980ern. Rechts der Hauptburg verläuft der Zwinger, in der Bildmitte ist das "Wilhelmsturm" genannte Rondell zu sehen. Die geringen Gebäudereste links vor dem Wilhelmsturm ließen sich bislang nicht identifizieren.
Während die Hauptburg offenbar korrekt dargestellt ist, zeigt die Darstellung des Burggrabens und Vorwerks Fehler und Unstimmigkeiten. Die äußere, von drei Strebepfeilern gestützte Mauer verläuft rund um die Hauptburg und bildet den Zwinger, wohingegen sie auf dem Bild plötzlich abknickt und in entgegengesetzter Richtung zurückläuft.
Der seltsame Rundbau, der rechts unten gezeichnet ist, existiert an dieser Stelle nicht, paßt schon maßstäblich nicht zur übrigen Abbildung. Vielleicht wurde diese Zeichnung aus Platzmanngel auf das Blatt gesetzt. Wahrscheinlich stellt sie das an der Ostspitze der Burg stehende Rondell "Michaelsturm" oder das im Norden stehende, größte Rondell "Roter Turm" dar. Daß eines der Rondelle wie in der Zeichnung gezeigt mit Häusern bebaut war, ist der LIteratur nicht zu entnehmen.
(Die Zeichnung war irrtümlich in den Nachlass „Karl August von Cohausen“ einsortiert, daher Vergabe einer ZR.-Nr. des Cohausennachlasses. Im Rahmen der 2014 durchgeführten Inventarisierung des Nachlasses „Botho Graf zu Stolberg-Wernigerode“ wurde die Zeichnung in diesen Nachlass umgelagert.)