Beschreibung
Papier auf Stoff, aus drei Teilen zusammengesetzt, Bogennummer 563, Ein unheimlicher Zug grotesker Gestalten und Tiere tobt am nachtschwarzen Himmel vorbei. Einige der Gesellen sind in jägerähnliche Tracht gekleidet, tragen jedoch Schwert oder Hellebarde. Weitere Geister schweben in hemdartigen Gewändern, aufgerissenen Mündern und Augen einher, begleitet von zwergenhaften Gestalten. Die Horde wird von einem Skelett angeführt sowie einem kopflosen Mann, schauerlich ergänzt durch das vorausschwebenden Haupt, das von seiner Hand sozusagen an der Leine gehalten wird. Zwei Posaunen unterstützen das Geheul, das offenbar von diesem "wilden Heer" mit weit geöffneten Mäulern ausgestoßen wird. Sagen von der wilden Jagd bzw. dem wilden Heer sind in ganz Europa verbreitet und werden mit Winterstürmen in den sogenannten "Raunächten" erklärt. Ursprünglich mit heerführenden Göttern in Verbindung gebracht, werden sie auch als Geister unbarmherziger Jäger gedeutet, die zu Lebzeiten Menschen und Tiere misshandelt hatten und nun zur Strafe vom Teufel mit Geschrei in der Luft umhergetrieben werden. Traditionell gehören auch Tiere, nämlich Rehe, Hirsche, Wildschweine und Geißböcke hinzu. Der vorliegende Streifen mit der wilden Jagd wurde vermutlich in der "Wolfsschlucht-Szene" von C. M. Webers "Freischütz" eingesetzt. Er ist aus Teilen des Münchner Bilderbogens Nr. 563: "Das wüthende Heer" (Entwerfer: Fritz Steub) zusammengesetzt (dort vier Streifen untereinander auf dem hochformatigen Bogen.)