Beschreibung
Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1883, Sp. 88 (dort auch eine Abbildung):
„Zur Geschichte des Pfählens -
Im vergangenen Sommer wurde mir in Drosendorf ein daselbst in einem Hause der Altstadt aufbewahrtes, sehr spitziges, kegelförmiges, stark verrostetes und 35 Cm. langes Stück Eisen gezeigt, bei welchem zwei flache, von einem Eisenringe umgebene Fortsätze gleichsam eine Art Tülle bilden. Dabei ersah ich schon aus dem durch die beiden Theile gehenden Nagel, sowie aus den ungefähr in der Mitte des Eisens befindlichen Löchern, dass dasselbe einst an einer hölzernen Stange befestigt gewesen sein muss, und man erzählte mir in Drosendorf, von dem daselbst ‚Pflock‘ genannten Eisen, dass dasselbe bei der Erweiterung des dortigen Ortsfriedhofes an einer Stelle, wo man früher die Hingerichteten beerdigte, im Grabe der zuletzt hingerichteten Kindsmörderin, und zwar an dem Orte, wo sich das Herz derselben befand, gefunden worden sei. -
Stockerau in Niederösterreich, C. M. Blaas“