Beschreibung
Eine unbeschriebene, illustrierte Postkarte, auf deren Bildseite die ersten sechs Strophen eines Gedichts sowie eine Zeichnung zu finden sind. Dargestellt ist ein germanischer Krieger von der Seite, welcher einen Hörnerhelm trägt und sich gerade auf sein blutverschmiertes Schwert stützt, während er ein brennendes Schlachtfeld im Hintergrund überblickt. Rechts daneben, ungefähr zwei Drittel der Bildseite ausfüllend, sind sechs Strophen des Gedichts "Die Wasgenschlacht." zu sehen. Diese sind durch die Zeichnung sowie Schwarz-Weiß-Rote Linien an den Außenseiten gerahmt. Auf der Adresseite befinden sich die übrigen drei Strophen.
Folgende Beschriftungen sind aufgedruckt:
---Adressseite--- (Karte nicht gelaufen)
"Da drunten im Talpaß blitzte der / Sonnenschein / Auf Wodans stählernden Schild in das Land / hinein; / Von hunderttausenden blitzte das Bajonett / Trompeten klangen: die alte Schmach / war wett // Fern blühten noch weiße Lilien am Horizont / Sie zeigten den Weg nach Paris in der / vollen Front /
Da ziehen die deutschen Heere mit Hurra / hinaus / Und tragen nach Frankreich den Rosen- und / Veilchenstrauß. // Auf hohem Berge aber stand einer und / schwieg / Und winkte den Deutschen hinab froh- / lockenden Sieg / Und das war Siegfrieds reckenhafte Gestalt / Vom Grabe erstanden im seligen / Wasgen- / wald. / P. Ansgar Pöllmann. // Verlag von Jos. C. Huber, Diessen vor München. / Alle Rechte vorbehalten. Copyright by Jos. C. Huber 1914. Nachdruck verboten. Nachdruck verboten. // Postkarte."
---Bildseite---
"Die Wasgenschlacht. // So wuchs nun dumpfer Traum an den / Eichen her, / Das Aeste und Zweige von moosiger / Schorfe schwer; / Die Quelle murmelte irgendwo vergrämt, / ein altes Kind, das sich im Verstecke / schämt. // Auf einmal flog es zischend daher, / und grell / Zerplatzt' es im Wipfel und zündete: / ein Schrapnell / Es spritzten die Funken, die Späne, / der Sand, das Moos, / Es riß die Quelle in blutigem Blitz / wieder los. // Von ferne ging Dröhnen und rum ein / Geknatter aus / Als säß eine Rose im prickelnden / Veilchenstrauß, / als flög eine Henne mit Küken durchs, / Ackerland, / Als läge ein Rutenbündel in drohender / Hand. // Ein Gurgeln war's, dann war es ein / Donnern und dann / Erbebte und brüllte die Erde: / Germanen heran! / Der schnöde Locki rüttelte die Fessel / aufs neu, / Und Wasen und Riesen kämpfen um / falsch und treu. // Die Weltenfahne lodert am Himmel / entlang, / Von Blut und Eisen ein einziger / glühender Strang, / Und wo sie im Völkersturme sich / prasselnd regt, / Hat sie den dumpfen Traum von der / Erde gefegt. // Die schlafenden Eichen und Buchen / schütteln sich; / Ein Rauschen hub an, der Nebel Schwaden verstrich. / Die Orgel der Welt erbrauste vom / Monde zum Meer / Das trotzige Lied von den neuen / Nibelungen her. // OTTO OBERMEIER // Jos. C. Huber's Patriotische Kartenserien. Aus Serie II: "Paris", Nr. 1. // Wenden!"