Beschreibung
Fernrohr bestehend aus drei Tuben. Objektivdeckel fehlt. Objektiveinfassung mit leichter Delle. Bezeichnet: "G & S. Merz. / München".
Paul Zschokke (geb. 18.04.1853 in Schweiz/Seon, gest. 30.10.1932 in Stuttgart/Cannstatt) absolvierte 1870 eine dreijährige Lehre als Mechaniker in der "Telegraphenfabrik M. Hipp" in Neuchâtel. Ab 1873 arbeitete er als Mechaniker bei der optisch-astronomischen Firma "C. A. Steinheil & Söhne" und erlernte dort das Berechnen optischer Systeme. Das Unternehmen "Steinheil" war auf die Herstellung von Spektroskopen und auf den Bau von Foto-Objektiven spezialisiert. Als späterer, technischer Betriebsleiter bei "Steinheil" entwickelte Zschokke 1881 einen "Momentverschluß" für die neuen lichtstarken Fotoobjektive vom Typ "Gruppen-Antiplanate". 1897 wurde er Teilhaber an der Firma "Reinfelder & Hertel in München", deren Angebot auf Gebrauchsoptik, kleine und mittlere Fernorhre und fein-optische Produkte ausgerichtet war.
1903 verkaufte Jakob Merz das Optische Institut an Paul Zschokke (1853-1932), welches fortan unter dem Namen "G. & S. Merz vormals Utzschneider & Fraunhofer in München" firmierte. Bereits im März 1903 ließ Zschokke das Optische Institut von der Blumenstraße nach München-Pasing in die Münchenerstraße (heute Landsberger Straße) verlegen, das dort bis etwa 1910 verblieb. 1914 fungierte die Zschokke-Villa in der Hauptstraße 21 als neuer Firmensitz. Von 1908-1912 firmierte das Unternehmen unter "G. & S. Merz vormals Utzschneider & Fraunhofer Passing bei München", ab 1912-1932 als Kapitalgesellschaft unter "G. & S. Merz GmbH in Passing". Die in diesem Zeitraum produzierten Teleskope trugen allesamt die Gravierung "G. & S. Merz München" oder "G. & S. Merz vorm. Utzschneider u. Fraunhofer München". Von 1907 bis 1932 war Zschokke Mitglied der Astronomischen Gesellschaft.