Beschreibung
Passageprisma auf Tischstativ. Stativ mit Rundfuß, wohl aus Stahl. Zwei Triebe dienen der Feinregulierung der Ausrichtung. Bewegliches Okular, vertikal und horizontal ausrichtbar. Bezeichnet: "Plößl in Wien". Die Kanten des Glasprismas sind bestoßen.
Georg Simon Plößl war ein Meister in der Anfertigung dialytischer Fernrohre. Nach seiner Lehrzeit als Drechsler (1812-1823) arbeitete er als Gehilfe in der Werkstatt Johann Friedrich Voigtländers (1779-1859) in Wien. Anschließend eröffnete er in der Salvatorgasse in Wien seine eigene Werkstatt. Hier fertigte es nicht nur Fernrohre und Feldstecher an, sondern auch Brillen, Lupen und Mikroskope. Seine dialytischen Fernrohre baute er nach publizierten Angaben des Leiters des Polytechnischen Instituts in Wien, Johann Joseph Prechtl (1778-1854), und des Wiener Professors Simon Stampfer (1792-1864). Sie fanden nicht nur in astronomischen Kreisen große Anerkennung. Zu den größten von Plößl gebauten dialytischen Fernrohren zählte unter anderem ein 1850 gebauter parallaktisch montierter Refraktor von 27,6 cm Öffnung, der für den Sultan in Konstantinopel bestimmt war. 1847 erhielt Plößl die große goldene Civil-Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft.