Beschreibung
Angeblich aus dem Besitz Ottos von Wittelsbach (1815-1867), von 1832 bis zum Tod König von Griechenland, seit 1862 im Exil, vorw. in Bamberg.
12-teiliges Set. Bestehend aus sieben, in der Größe etwas variierenden Klistierspritzen mit Metalltuben (wohl Zinn) und rotbraunen Holzgriffen; zwei kleineren, ganzmetallenen Spritzen mit ringförmigen Handhaben/Schüben und beinernen Spritzenstäben im Innern; zusätzlich drei gebogene Spritzenaufsätze mit perforierten birnenförmigen Köpfen aus Zinn. Keinerlei Herstellerangaben.
Komplett mit schwarzsamtener Futteraleinlage in schwarzem, lederbezogenem Holzkasten mit Messingapplikationen (Scharniere, Griffe, Schloss; Schlüssel vorhanden); Klebeetikett: „No.9“. Auf dem Kastendeckel mittig Spuren einer verlorenen querovalen Plakette, wohl mit Beschriftung.
Zugehörig zwei historische, handschriftliche Museumsbeschriftungen auf separaten Pappschildern (Datierung um 1910/1940): „Spritzen-Kasten / aus dem Nachlaß S[einer].M[ajestät].d[es] Königs Otto von Griechenland“, sowie „Von S.[einer]K.[öniglichen]H.[oheit] Prinz / Ludwig Ferdinand von Bayern aus dem Nachlasse S.[einer] Majestät / des Königs Otto v. Griechenland / Spritzen und Instrumente für Zahnheilkunde [letzteres gestrichen und in Bleistift flüchtig korrigiert: „Klystier 4 / 1 Lancette“]“.
Konkreter Museumszugang unklar. Der in den Musemsbeschriftungen angegebene Schenker Ludwig Ferdinand von Bayern (1859-1949) war selbst praktizierender Arzt. Er hinterließ dem Germanischen Nationalmuseum um 1900/1915 mehrfach medizinhistorische Objekte.