Hallo welt!
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http://objektkatalog.gnm.de/objekt/Handwerkslade der Nürnberger Beutler und NestlerZ211Kunsthandwerk II (1500-1800)1dat. 1693<results><lido:eventPlace xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayPlace xml:lang="de">Nürnberg</lido:displayPlace></lido:eventPlace></results>Dieser Datensatz hat noch kein Proviso.<results><lido:objectMeasurementsSet xmlns:lido="http://www.lido-schema.org" lido:sortorder="1"><lido:displayObjectMeasurements>L ges: 61,5 cm; Bges:43 cm; Hges: 41 cm; L Kasten: 55 cm; B Kasten: 38,5 cm; H Kasten: 33,5 cm</lido:displayObjectMeasurements></lido:objectMeasurementsSet></results><results><lido:eventMaterialsTech xmlns:lido="http://www.lido-schema.org"><lido:displayMaterialsTech xml:lang="de">Holz, Eisen, geschnitten, furniert, verleimt, genagelt, geschraubt, gebläut, gefasst, vergoldet</lido:displayMaterialsTech></lido:eventMaterialsTech></results>Die Handwerkslade ist schwer beschädigt: Bodenleiste fehlt, Furnier des Frontbretts fehlt, Furnier auf den Seitenbrettern ist gewellt, Profilleiste des Randes unvollständig, der Deckel des Deckelkästchens fehlt, Furnier des Deckelkästchens beschädigt, Deckelleiste unvollständig, Schloss aufgebrochen, alte Wurmgänge, stellenweise Farbabrieb, Vergoldung nur noch in Resten erhalten, Beschläge mit Korrosion.Rechteckiges Aufbewahrungsmöbel mit verzinkten Eckverbindungen. Die Seitenbretter stehen auf dem Standboden. Sie sind mit diesem von unten vernagelt und wurden ursprünglich wahrscheinlich von einer umlaufenden Profilleiste gefasst. Über diese, heute fehlenden Profilleiste, lief ursprünglich eine umlaufende Kette an aufgesetzten, querrechteckigen Kissenfüllungen (jeweils zwei auf dem Front- und Rückenbrett und jeweils eine auf den Seitenbrettern), die von Profilleisten eingefasst waren. Das Frontalbrett und das Rückenbrett zeig(t)en darüber achssymmetrisch ausgemittelte, schanzfeldförmige Füllungen, die Seitenbretter gleichartig angeordnete querrechteckige. Die auf der Oberseite braun angestrichene Profilleiste des Kastenrandes verleiht diesem eine schanzfeldförmige Kontur. Dieser Kontur ist die Profilleiste des innen grün grundierten Klappdeckels angepasst. Dieser wird beim Verschließen der Lade über den Kastenrand gestülpt. Auf dem Deckel sitzt ein querrechteckiges Kästchen (=Deckelkästchen). Der Deckel hängt über zwei T-förmige Bänder an einfachen Scharnieren. Das Katzenkopfschloss mit vier Riegeln sitzt zentral auf der Innenseite des Deckels. Die Riegel laufen zum Verschließen der Lade unter den mittig auf das Frontbrett geschraubten und bündig mit dem Kastenrand abschließenden Bügel. Die Bänder und alle schauseitigen Eisenoberflächen des Schlosskastens sind mit volutenartig bewegtem Blatt- und Rankenwerk graviert. Die Zwischenräume zwischen den Pflanzenornamenten sind gebläut. Linker Hand ist eine über die ganze Länge des Seitenbretts laufende Beilade mit Klappdeckel eingenutet. Rechter Hand auf dem Seitenbrett, unterhalb des Randes, ist ein zylindrischer Haltebügel montiert. Dessen Spitze kann in eine der drei Bohrungen im gegenüberliegenden Halteblech auf der Innenseite des Deckels gesteckt werden. Auf der Innenseite des Bodens des Deckelkästchens sind unter den Initialen -A.F. / i. N. / G.R.A. / F. K.- und der Datierung -A:1693.- links vom Schlüsselloch zwei gekreuzte Handschuhe und rechts davon drei Nestelschnurbündel zu erkennen. Auf der Innenseite des Deckels rahmt die Inschrift -Eltester Mayster Joh: Gabriel Flaschner. Beitler. / Elterster Mayster. Nestler. Jacob Fridel / Anno 1693. den 1 februarii haben wir 4 Geschworne Mayster diese Laden für unser eigen gelt verfertigen lasen, und solche weilen ohne daß die alte sehr schadhafft und über 100 Jahr gedaurt und von denen geschwornen damals gestift an stadt diße dem handwerck zu Ehren unserer dabei in besten zu gedenckhen. daß diß zu wegen gebracht hat einigkeit gmacht die einigkeit vermehrt Gott alles zum besten kherdt- auf drei Seiten (oben, links, rechts) ein über eine vergoldete Profilleiste begrenztes, zentrales Feld, das die Kontur des Bodens des Deckelkästchens nachzeichnet. Darin sind Inschriften und wappenförmige Kartuschen zu erkennen. Links stehen die Namen der zwei Geschwornen der Beutler -Andreas Flintsch- und -Johann Neeb- sowie deren Meisterzeichen als wappenförmige Kartuschen und, darunter, eine große wappenförmige Kartusche mit den typischen Erzeugnissen der Beutler (Handschuhe, Stiefel, unterschiedliche Beutel) zu sehen. Rechts die Namen der zwei Geschwornen der Nestler -Georg Baltaser Alberty- und -Friedrich Krieger- sowie deren Meisterzeichen als wappenförmige Kartuschen und, darunter, eine große wappenförmige Kartusche mit den typischen Erzeugnissen der Nestler (drei Bündel an Nestelschnüren mit Metallspitzen) und deren wichtigsten Werkzeugen (Amboss, Beil und Ahle). Die Lade gelangte wohl mit authentischer (?) Befüllung in die Sammlung des GNM, so waren Akten (die unter Z211-250 einzeln inventarisiert sind) darin, wie auch der Almosenkasten der Beutler ( Z1998).Zu Handwerksladen vgl.: Voigt, Jochen: Ritus und Symbol. Sächsische Innungsladen aus fünf Jahrhunderten. Bestandskatalog Stadtmuseum Dresden, Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg, Städtisches Museum Zwickau, Vogtlandmuseum Plauen. Chemnitz 2002; Lindloff, Axel: Zunft- und Innungsladen im ehemaligen Fürstentum Lüneburg. In: Albrecht, Thorsten: Truhen - Kisten - Laden vom Mittelalter bis zur Gegenwart am Beispiel der Lüneburger Heide. Petersberg 1997, S. 197-209; Möbel aus Franken. Oberflächen und Hintergründe. Ausst.Kat. Bayerisches Nationalmuseum, München 1991, S. 169-187.