Beschreibung
An einer Kette hängt ein hochovaler, mit grünen Hopfenblättern u. goldfarbenen -dolden umrankter Bogen. Auf einer unten darin eingelassenen Platte steht links eine Männerfigur (Gambrinus), rechts ein Tisch. Sie hat eine lange, schmale Nase, einen Bart, dunkle Gesichtsfarbe und rote Pausbacken. Auf dem Kopf sitzt ein Helm mit goldfarbenem Rand. Um den Hals liegen vier verschiedene Kragen, davon einer mit Hermelinfell. Ein Umhang reicht bis in Wadenhöhe. Darunter trägt sie ein grünes, oberschenkellanges Gewand dessen Weite ein goldfarbener Gürtel zusammenhält; Die Ärmel sind in ihrem unteren Teil geschlitzt, so daß das Hemd sichtbar wird. Zu dunklen Halbstiefel kommt ein goldfarbenes Schwert in der ausgestreckten rechten Hand. Der Tisch ist mit einer lang herabfallenden goldfarbenen Decke überdeckt, die auf den drei sichtbaren Seiten die folgenden Embleme zeigt: vorn in einem rotgrundigen Schild eine goldfarbene Bütte, in der drei Ähren und zwei Werkzeuge stecken, rechts ein schwarzer heraldischer Adler mit Krone und Kreuz; rückwärts über einem Schild mit Rauten in Grün-Gold eine goldene Krone und eine rote Kugel. Auf dem Tisch liegen auf grünem Kissen eine rote Kugel, daneben ein grün-goldener Stab. Der in vielen, oft recht lebendigen Abhandlungen als König von Brabant oder Burgund, Gründer von Hamburg, Erfinder des Bieres, Bruder von Bacchus und Gott des Bieres verherrlichte Gambrinus ist indessen eine eher legendäre Gestalt, auch wenn er derart bildlich dargestellt worden ist. Er galt als besonderer Patron des Bieres und der Bier- brauer, es ist naheliegend, daß er sich auf diese Weise als Motiv für ein Brauhausschild besonders empfiehlt. Hier ist er mit den Insignien eines germanischen Königs zu sehen, wie man sich einen solchen im 19. Jahrhundert vorstellte, die Zunftzeichen der Brauer. Bütte mit Gerstenähren u. entsprechenden Werkzeug, ergeben den direkten Bezug zum Brauereiwesen, während das rückwärtige Emblem auf Bayern weist. An einem unten an der Platte befestigten Ring dürfte ursprünglich ein Bierfäßchen gehangen haben, das eigentlich bei einer solchen Darstellung nicht fehlen darf.