Titel
Bildnis des Johann Caspar von Lippert
Allgemeine Bezeichnung
Relief aus Gips (Pl.O. 2861, Pl.O. 2862; Bildnismedaillons)
Inventarnummer
Pl.O.2861
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Ober-Bayern; München ID: 7004333; München
Herstellungsdatum
um 1772
Hersteller
Franz Andreas Schega
Franz Andreas Schega (1711-1787); geboren 1711 in Neustadtl (Novo Mesto, Slowenien); in väterlicher Werkstatt und Stein bei Laibach (Ljubljana) Ausbildung als Büchsenmacher; ab 1730 im erlernten Beruf und außerdem als Stempelschneider in München, 1738 Anstellung bei kurfürstlicher Münze; gestorben 1787 in München (Medailleur und Stempelschneider; 1751 Hofmedailleur; Medaillen stellen überwiegend Wittelsbacher dar (u.a. 18 bayrische Regenten-Serie, vgl. Kat.Nr. 111); v.a. späte Medaillen wegen lebendig pointierter Portraits und duftig malerischer Wiedergabe von Stoffen und Perücken als Meisterwerke bayrischen Rokokos geschätzt)
Maße
D. 18,9 cm - Relief: D. 12,9 cm; H. max. 1 cm
Material und Technik
Gips - gegossen (Büste ein Stück mit der runden Platte); weiß belassen, Platte hellgraublau eingefärbt; Oberfläche sorgfältig geglättet bzw. bearbeitet, Perückendetaills nachziseliert, Iris als konkave Scheibe
Vermerk am Objekt
Beschriftung: "Imago/Joannis Casp. Lipperti/Equitis Boii/Fr. Andreae Schegae/opus." (auf grob geglätteter Rückseite)

Beschreibung
Hochrelief. Büste mit halbrundem Abschluß im Profil, von rechts gesehen. Portrait eines glattrasierten Mannes mittleren Alters mit hoher, gewölbter Stirn, gerader Nase, ausgeprägtem Kinn und auffallend breiter Nackenpartie. Er trägt eine am Kopf in kurze Locken gelegte Perücke, deren freifallende lange Lockensträhnen im Nacken von einem breiten Band zusammengehalten werden. Während eine Strähne auf die rechte Schulter fällt, flattern die beiden anderen ebenso wie die Bandenden nach rückwärts. Den zerrissenen Konturen von Band und Locken entspricht der bewegte Umriß des sich unter der Halsbinde vorwölbenden Jabots und des großzügig um die Büste drapierten pelzgefütterten Mantels. Hochrelief in rundem, profiliertem, verglastem Nußbaum (?) -rahmen; separater innerer Rahmenring aus hellem Holz, vergoldet. Rückwärtig ein Ring als Aufhängevorrichtung.
Literatur
Claudia Maué: Die Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum, Tl. 2, Bayern, Österreich, Italien, Spanien. Mainz am Rhein 2005, S. 73-78 m. Abb. Kat. Nr. 129
MAUÉ (2005): 94. Jahresbericht des GNM (1949) S. 53-55, Abb. 21 auf S. 58 und Abb. 22 auf S. 59
Kammel, Frank Matthias: Charakterköpfe. Die Bildnisbüste in der Epoche der Aufklärung. Nürnberg 2013, S. 144, Kat.Nr. 91.