Titel
Hauptstadt
Allgemeine Bezeichnung
Wandinstallation
Inventarnummer
Pl.O.3362
Sammlung
Kunst u. Kunsthandwerk 19.-21.Jh.
Herstellungsdatum
1993/1994
Hersteller
Rheinsberg, Raffael (Installationskünstler) AKL
Maße
je Schild: H. 17,5 cm; B. 83,0 cm
Material und Technik
282 Straßenschildern aus Berlin/Ost
Vitrinentext
Nach dem Berliner Mauerfall am 9. November 1989 befasste sich der "Spurensucher" Rheinsberg mit Hinterlassenschaften des sich auflösenden Staates "Deutsche Demokratische Republik". In den Ostberliner Straßenschildern ist nicht nur die Topographie der "Hauptstadt der DDR" dokumentiert, sondern mit geehrten Personen, Ideen und Orten auch der ideologische "Überbau" des durch sie repräsentierten Staates. Viele Graffiti aus den Wende-Jahren dokumentieren auch diese Phase, während die Beseitigung der Straßenschilder auf den gegenwärtigen Zustand des vereinten, demokratischen Deutschland hinweist.

Beschreibung
Die Wandinstallation besteht aus 282 Ostberliner Straßenschildern, z.T. mit Graffitis, Aufklebern u.ä. versehen. Die Arbeit entstand nach dem Fall der Berliner Mauer. In einem stillgelegten Betriebsbahnhof stieß Herr Rheinsberg auf die abmontierten Straßenschilder der "Hauptstadt der DDR". Vor sich fand er nicht nur die Topographie des östlichen Berlin, sondern mit ihren geehrten Vorbildern, Ideen und Orten auch die Ideologie, den Überbau dieses Staates.. Doch es sind nicht nur die Berliner Topographie und die Staatsideologie, die diese Schilder widerspiegeln; viele Graffiti, bereits zu DDR-Zeiten oder in den bewegten Wende-Jahren angebracht, dokumentieren auch diese Phase, während die Tatsache der Beseitigung der Straßenschilder auf den gegenwärtigen Zustand des vereinten, demokratischen Deutschland hinweist.
Literatur
Peters, Ursula: Hängung von "Hauptstadt" von Raffael Rheinsberg. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2002, S. 413.