Titel
Bildnis der Anna Maria Eiser (Eysser) geb. Heugel, 1635
Allgemeine Bezeichnung
Relief aus Wachs
Inventarnummer
Pl.O.779
Sammlung
Skulptur bis 1800
Herstellungsort
Mittel-Franken; Franken ID: 7012456; Nürnberg
Herstellungsdatum
1635
Hersteller
Nürnberger Wachsbossierer
Maße
Kästchen: H. 19,6 cm; B. 14,8 cm
Material und Technik
gebleichtes Wachs auf Glasplatte mit Stoff in schwarzem Holzkasten; seitlich herauszunehmender Glasdeckel - Rückseite mit (ursprünglich grün bemaltem und mit goldenen Ornamenten versehenem) Papier beklebt; Kopf massiv, Arme über Wachskern, Körper über Holz(?)kern modelliert, gehärteter bräunlicher Wachsklumpen als Unterlage für Tischdecke; teilweise bemalt, Farbe in Oberfläche eingerieben, geritzt, punziert
Vermerk am Objekt
Beschriftung: (als das der schlesisch-nürnbergischen Kaufmannsfamilie Heugel bestimmt worden, die ab 1351 Bürgerrechte in Nürnberg besaß und zu den ehrbaren und gerichtsfähigen Geschlechtern der Stadt gehörte)

Beschreibung
Kniestück mit leichter Wendung zur rechten Seite. Die junge Frau hat die Haare straff zurückgenommen und zu zwei Flechtenkränzen um den Kopf gewunden, über denen ein goldenes, bortenverziertes Haarnetz liegt. Sie trägt einen großen, in der Mitte geteilten Mühlsteinkragen mit bogigem Spitzenbesatz, ein spitzenbesetztes, am Halsausschnitt mit Goldspitze geschmücktes Hemd, ein "Brüstlein", also ein enganliegendes Wams mit weiten, geschlitzten Ärmeln, das in Schößen endet und ursprünglich wohl einen halbrund ausgebogenen Mittelteil besaß, und einen in Falten gelegten Halbrock, einen "Unterrock" mit Schürze. Sie hat sich mit Gürtel, Ringen und zwei "Stückleinarmbändern" (Armbänder aus verschiedenen Edelsteinen) reich geschmückt. In der rechten Hand hält sie ein vasenähnliches Ziergefäß, die linke Hand ruht auf einem neben ihr stehenden verhängten Tischchen. Oben links am Reliefrand ist das Wappen angebracht: im schwarzen Schild zwei ins Andreaskreuz gesetzte Heuken (Erdhacken) mit goldenen Stielen, auf dem bekrönten Helm ein hoher schwarzer Hut mit schwarzen Federn, schwarzgoldene Helmdecken. Unter dem Wappen in goldener Schrift die Jahreszahl 1635. Inkarnat blaßrosa, Augen grau mit schwarzen Pupillen, Haare hellbraun, Hände bläulich-weiß bemalt. Wams schwarz mit feinem Punzenmuster in den Schößen, Preßborten an den Säumen und Ärmelschlitzen und mit Resten eines mit grauer Farbe aufgemalten Damastmusters im Miederteil; Kragen, Hemd und Schürze weiß bemalt. Am oberen Ende des rechten Ärmelschlitzes ein Rest gepreßter Wachsspitze. Rock aus Seidentaft mit goldgelben und blauen Fäden, Tischdecke aus grünem Atlas. Ziergefäß weiß mit goldenen Ornamenten. Armbänder in bunten Farben, Goldspitze und Haarnetz golden über ziegelrotem Wachsgrund.
Literatur
Ebenbilder. Kopien von Körpern. Modelle des Menschen. Ausst.Kat. Ruhrlandmuseum Essen. Hrsg. von Jan Gerchow. Ostfildern-Ruit 2002, S. 276, Nr. VI/10d.
Claudia Maué: Die Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum, Tl.1, Franken. Nürnberg 1997, S. 61-64 mit Abbn.
Boesch: Katalog (1890) S. 73, Nr. 1031. -- Walter Josephi (1910): Die Werke der plastischen Kunst. Nürnberg 1910, S. 395-396, Nr. 705