Titel
Herkules im Kampf gegen die stymphalischen Vögel
Allgemeine Bezeichnung
Gemälde, Tafelgemälde
Inventarnummer
Gm166
Proviso
Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München
Sammlung
Gemälde bis 1800
Herstellungsort
Franken; Nürnberg
Herstellungsdatum
1500
Hersteller
Dürer, Albrecht (1471-1528)
Maße
H. 84,5 cm; B. 107,5 cm
Material und Technik
Malerei auf Leinwand
Vermerk am Objekt
Beschriftung: Klebezettel BStGS Inv. 1905, Nr. 1418; 1971 [Inv. 1856], Nr. 5379. (Auf der Rückseite)

Vitrinentext
Das durch Alterung verbräunte Gemälde zeigt eine der 12 Taten des Herakles: Er kämpft gegen Raubvögel, die ihre Federn wie Pfeile abschießen konnten. Das Gemälde geht wohl auf Bildbeschreibungen der Antike zurück. Der berühmte Maler Apelles habe das Kunststück vollbracht, einen Herakles in Rückenansicht zu malen, dessen Gesichtszüge dennoch erkennbar waren. Der seit 1499 als »Neuer Apelles« gefeierte Dürer trat mit diesem Bild den Wettstreit mit der Antike an. Dem griechischen Helden lieh er die eigenen Gesichtszüge.

Hercules Killing the Stymphalian Birds. Painting on canvas. The painting, discolored by age, shows one of the 12 Labors of Hercules: He is fighting birds of prey that could shoot their feathers as if they were arrows. The painting probably harks back to descriptions of paintings from Classical Antiquity. The famous painter Apelles had accomplished the feat of painting Hercules from the back, yet with his face still showing. With this picture Dürer, who had been celebrated since 1499 as the "New Apelles", entered into competition with the Ancients. He lent the Greek hero his own facial features.

Beschreibung
Die stymphalischen Vögel, die um den See Stymphalos in Arkadien hausten, waren nach der griechischen Sage Raubvögel, die ihre Federn wie Pfeile abschießen konnten und unter Menschen und Vieh große Verwüstungen anrichteten. Herkules scheuchte sie mit Eisenklappern aus dem Gebüsch auf, erlegt die einen mit Pfeil und Bogen und vertrieb so die anderen. Der Held ist nackt bis auf den Fellschurz. Dieser weist ihn als Sieger über den nemeischen Löwen aus, dessen Kopf man hinter seinen Beinen sieht. Herkules spannt den Bogen, zu dem der reich ornamentierte Bogenköcher gehört. Die Pfeile stecken in einem Köcher, der an einem Gurt über seiner Schulter hängt. Zu seinen Füßen liegt die Keule. Die geflügelten feindlichen Fabelwesen vereinen weibliche, aber behaarte Oberkörper mit Hundepfoten und ornamentalen Schwänzen. Der linke und der obere "Vogel" wurden bei einer späteren Beschneidung des Leinwandbildes fragmentiert. Die Landschaft zeigt eine Stadt am Wasser.
Literatur
Anzelewsky, Fedja: Albrecht Dürer. Das malerische Werk. Berlin 1991, S. 34, 81--82, Nr. 67, S. 171--173, Abb. 75--76.
Löcher, Kurt: Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Stuttgart 1997, S. 198--202 mit älterer Literatur.
Goldberg, Gisela/Heimberg, Bruno/Schawe, Martin: Albrecht Dürer. Die Gemälde der Alten Pinakothek. Heidelberg 1998, S. 367--381.
Albrecht Dürer - ein Künstler in seiner Stadt. Ausst. im Stadtmuseum Fembohaus. Bearbeitet von Matthias Mende. Nürnberg 2000, Nr. 84.
Borggrefe, Heiner/Uppenkamp, Barbara: Kunst und Repräsentation. Weser-Renaissance-Museum Schloß Brake 2002, S. 19--20, S. 22--25, S. 33--34.
Faszination Meisterwerk. Dürer, Rembrandt, Riemenschneider. Ausst.Kat. des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Nürnberg 2004, S. 143--144.
Peter Strieder: Ein Traum von Göttern und Heroen. Andres Meinhardis Dialog über die Schönheit und den Ruhm der hochberühmten, herrlichen Stadt Albioris, gemeinhin Wittenberg genannt. In: Anzeiger 2005, S. 30-32.
Dürer e l'Italia. Hrsg. von Kristina Herrmann Fiore. Ausst.Kat. Scuderie del Quirinale Rom. Rom 2007, Nr. II.11.
Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Hrsg. von Daniel Hess und Dagmar Hirschfelder. (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3) Nürnberg 2010, S. 82, 419, Abb. 50.