Beschreibung
Vs. In kräftigem, teilweise eingetieftem Relief der Kopf Gutenbergs von vorn. Ein langer Bart, kräftige Augenbrauen und tiefe Falten zu Seiten der Nase verleihen dem Bildnis Entschlossenheit und Willensstärke. Die Haare bedeckt eine eng anliegende Kappe, zwei tiefe Furchen markieren den hochgeschlagenen Kragen der Jacke. Umschrift: JOHANNES GUTENBERG 1440. Im Feld verwischt die Signatur: Wamper.
Rs. Negativabdruck der Vorderseite, Aufhängevorrichtung sowie die dreizeilige Inschrift: GEWIDMET VON DER D. STEMPEL AG FRANKFURT A(m) M(ain).
Adolf Wamper, geboren 1901 in Würselen bei Aachen, studierte zunächst an der Kunstgewerbeschule und an der Technischen Hochschule Aachen und anschließend an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 1929 bis 1948 war er in verschiedenen Orten als freischaffender Bildhauer tätig. In diesen Jahren schuf er monumentale Plastiken und Reliefs und erhielt in den dreißiger Jahren repräsentative Aufträge für das ehemalige Berliner Reichssportfeld und die Waldbühne, die Messehallen in Berlin sowie das Marinelazarett in Stralsund. 1948 wurde er als Leiter der Werkgruppe Plastik an die Folkwangschule für Gestaltung in Essen berufen. Die Stadt Essen beauftragte ihn mit Entwürfen für Reliefs am Opernhaus, am Kulturamt und am Saalbau. Thema seiner Arbeiten ist fast ausschließlich die menschliche Figur.
David Stempel (1869—1927) gründete 1895 in Frankfurt am Main eine Schriftgießerei, die schon bald entsprechende Spezialmaschinen entwickelte und ihre Tätigkeiten weltweit ausdehnte. 1905 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. David Stempel trug eine bedeutende Sammlung von Zeugnissen zur Geschichte des Buchdrucks zusammen und war 1901 Mitbegründer der Gutenberg-Gesellschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, das gleichzeitig gegründete Gutenberg-Museum in Mainz zu fördern. David Stempels Sohn Hans (1900—1967) trat mit 24 Jahren in den väterlichen Betrieb ein und wurde 1942 Vorstandsmitglied. Er war Ehrensenator der Gutenberg-Gesellschaft und Mitglied des Kuratoriums für den Wiederaufbau der Abteilung Schreib- und Drucktechnik im Deutschen Museum, München. Vermutlich anläßlich der 500-Jahrfeier der Erfindung des Buchdrucks gab die Stempel AG die Plakette in Auftrag.